Jonas Lauritz Idemil Lie wurde am 6. November 1833 in Hokksund in Eiker im südlichen Norwegen als Sohn eines Richters geboren.
Seine Kindheit verbrachte er in Tromsø, einer Stadt im Norden Norwegens, in die sein Vater als Richter versetzt worden war.
Sein Vorhaben, Seemann zu werden, scheiterte an seiner Kurzsichtigkeit, woraufhin Lie nach dem Abitur dem Wunsch seines Vaters folgte und an der Universität von Christiania ein Studium der Rechtswissenschaften antrat. Ab 1859 war Lie in Kongsvinger als Rechtsanwalt tätig.
Im Jahre 1860 heiratete er seine Cousine Thomasine L. Verlor, die journalistisch tätig war.
Nach der Wirtschaftkrise in Norwegen, während der er durch Fehlspekulationen sein Vermögen verlor, gab er seinen Rechtsberuf auf und wandte sich ab 1868, durch Bjørnstjerne Bjørnson gefördert, vollkommen dem Beruf des freien Schriftstellers zu und ließ sich in Oslo nieder. Schon sein erster Roman »Den Fremsynte« (Der Geisterseher) brachte ihm 1870 ein Dichterstipentium ein, so daß er finanziell unabhängig war.
Lie wurde durch seine Romane bekannt und zählt neben Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson und Alexander Kielland zu den wichtigsten norwegischen Autoren. Zu seinen Werken zählen weiterhin eine Reihe von Erzählungen und Dramen.
Neben naturalistischen Themen widmete sich Lie in seinen Werken häufig familiären Themen, die er im Mittelstand ansiedelte, und die bei seiner Leserschaft sehr beliebt waren. Ein weiterer Themenschwerpunkt stellte die Märchen- und Sagenwelt Norwegens mit seinen Dämonen dar, die er häufig in seinen Werken, vor allem den Spätwerken, verarbeitete.
Jonas Lie starb 5. Juli 1908 im schwedischen Stavern.
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