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Johann Beer, auch Behr oder Bär (28. Februar 1655, St. Georgen – 6. August 1700, Weißenfels)

Prosa

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Johann Beer, Das Narrenspital, Jucundi Jucundissimi, Wunderliche Lebens-Beschreibung, Erstdruck 1681 unter dem Pseudonym »Hans guck in die Welt«




Hans Steiger (1889 – 1943)

Johann Beer war ein Schriftsteller und Komponist.

Sein Vater Wolfgang Beer (1621-1699) war Gastwirt und zog mit seiner Familie später aus Glaubensgründen nach Regensburg. Der Vater und wahrscheinlich auch die Mutter, Susanna Stadelmeyr (1625-1694), waren protestantischen Glaubens. Beer hatte 15 Geschwister. Er arbeitete als Musiker, Komponist und Musiktheoretiker; als Schriftsteller veröffentlichte er eine größere Anzahl Romane unter verschiedenen Pseudonymen.

Schon als Kind dürfte Beer auf mannigfache Art und Weise mit Musik in Berührung gekommen sein, da im 17. Jahrhundert Singen und Instrumentalspiel einen höheren Stellenwert hatten als heute. Er besuchte zunächst die Schule des Benediktinerklosters Lambach, bis die protestantische Familie im Jahre 1670 nach Regensburg übersiedeln musste, wo Johann das Gymnasium besuchte. Hier entfaltete er sein Talent als Erzähler, indem er seine Mitschüler mit Stegreifgeschichten unterhielt. Dieses Talent machte ihn später zum Literaten.

Nach nur wenige Monate dauernden theologischen Studien (1676) trat Beer als Altist (Contratenor?) in den Dienst des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels ein, wo er in einem kunstsinnigen Milieu ausreichend Gelegenheit fand, an allerlei höfischen Festivitäten mitzuwirken. Beer heiratete 1679 Rosine Elisabeth Brehmer und hatte mit ihr 11 Kinder. Schließlich wurde er zum herzoglichen Konzertmeister und Bibliothekar befördert. Er wurde am 28. Juli des Jahres 1700 durch eine verirrte Kugel bei einem Wettschießen nahe Weißenfels verletzt und starb neun Tage später.

Beer verfasste unter einer Reihe von Pseudonymen Ritterromane sowie satirische Schriften, deren Attribution teilweise ungesichert ist und teilweise auch Johannes Riemer zugeschrieben wird, der sich mehrfach kritisch zu Beers Antifeminismus geäußert hatte.

Beer hinterließ eine autobiographische Schrift, die als Autograph vorliegt. Darin berichtet er über seine Geburt, Kindheit, Jugend sowie seinen weiteren Lebenslauf. An den Rand der Handschrift zeichnete er selbst Illustrationen. Die zunächst flüssige Erzählung geht bald über in eine tagebuchartige, chronikalische Aufzählung von Lebensereignissen. Zudem schildert Beer darin zahlreiche Unfälle, Unglücke, Krankheiten, Hinrichtungen und andere gewalttätige Ereignisse. Diese Aufzeichnungen enden mit der von Beer selbst stammenden Angabe, dass er sehr schwer bei einem Jagdunfall verwundet wurde. Diese autobiographische Schrift wurde zur Grundlage einer psychobiographischen Studie, die sich vor allem mit den Folgen eines Kindheitstraumas beschäftigt: dem Unfalltod seiner beiden jüngeren Brüder Abraham und Gottlieb, als Beer selbst etwa 5 Jahre alt war.

Außerdem schrieb Beer eine Reihe von Picaro-(Schelmen-)romanen, wie z. B. Des Abentheuerlichen Jan Rebhu Artlicher Pokazi (1679/80) und Der Symplizianische Welt-Kucker (1677/79). Trotz der offensichtlichen Anspielungen auf die Werke Grimmelshausens konnten diese Romane dessen Erfolg nicht erreichen. Als Autor dieser Schriften wurde er erst 1932 von Richard Alewyn enttarnt. Alewyn verfasste eine Monographie über Beer, in der er versuchte, das Neue an dessen Literatur herauszuarbeiten. In Unterschied zu Grimmelshausen habe sich Beer weitgehend vom symbolhaltigen Weltbild des Barock gelöst und liefere in seinen Romanen eine realistische Wiedergabe der zeitgenössischen Wirklichkeit. Die Teutschen Winternächte und Die kurtzweilgen Sommer-Täge sind beispielhaft für Beers moralisierende Satiren der damaligen Gesellschaft.

Neben musikalischem und literarischem Talent verfügte Beer auch über zeichnerische Fähigkeiten, wie die mit eigenen Holzschnitten illustrierte Geschicht und Histori von Land-Graff Ludwig dem Springer, Weißenfels 1698, belegt.


Verwendete Quelle: Johann Beer in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Beer

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