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Edmund Albert Edel (10. September 1863, Stolp – 4. Mai 1934, Berlin)

Prosa
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Edmund Edel, Pumpstation, Aus dem Abreißkalender einer Zeugin, Est-Est-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg, 1911

Frau Mimis Vergangenheit Digitalisat Digitalisat

Edmund Edel, Frau Mimis Vergangenheit, Kriminalroman aus Schieberkreisen, Kurt Ehrlich Verlag, Berlin, 1920


Der Witz der Juden Digitalisat Digitalisat

Edmund Edel, Der Witz der Juden, Louis Lamm Verlag, Berlin, 1909


Berlin W. Digitalisat Digitalisat

Edmund Edel, Berlin W., Ein Paar Kapitel von der Oberfläche, Boll und Pickard Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1906



Der Skandal im Viktoria-Klub Digitalisat Digitalisat

Edmund Edel, Der Skandal im Viktoria-Klub, Der Roman eines Spielers, Kurt Ehrlich Verlag, Berlin, 1919



Edmund Albert Edel (10. September 1863, Stolp – 4. Mai 1934, Berlin)

Edmund Edel war ein deutscher Karikaturist, Illustrator, Schriftsteller und Filmregisseur. Sein Enkel ist der Berliner Schriftsteller Peter Edel (1921–1983).

Edmund Edel stammte aus einer jüdischen Arztfamilie, die 1864 nach Charlottenburg zog. 1869 gründete der Vater, Dr. Karl Edel, die Charlottenburger "Privat-Irrenanstalt". Edmund Edel besuchte das Charlottenburger Kaiserin-Augusta-Gymnasium und begann anschließend eine Kaufmannslehre. Zur Fortsetzung seiner kaufmännischen Ausbildung ging er nach Paris und beschloss dort, Künstler zu werden. Gegen Ende 1886 ging er nach München, um zunächst an der privaten Malschule von Simon Hollósy und dann an der Königlichen Akademie Malerei bei Nikolaus Gysis und Gabriel von Hackl zu studieren. Sein Studium schloss er, wie es üblich war, 1890-1891 mit einem Aufenthalt in Paris an der Académie Julian ab. In Paris lernte er den ein Jahr jüngeren Henri de Toulouse-Lautrec kennen und machte Bekanntschaft mit dem neuen Plakatstil, der in Frankreich entstanden und von Jules Chéret und Toulouse-Lautrec zur Reife gebracht worden war. Angesichts der künstlerischen Möglichkeiten, die sich ihm in diesem Bereich erschlossen, absolvierte Edel 1891 in Brüssel bei der Druckerei O. de Rycker eine einjährige Lehre als Lithograph.

Mit Illustrationen gelang ihm der Durchbruch: 1896 druckten die satirischen Zeitschriften Ulk und Fliegende Blätter seine Grafiken. Auch als Gebrauchsgrafiker machte er sich einen Namen, Zu seinen Hauptkunden zählten Theater, Kunstvereine, Kabaretts und insbesondere der Ullstein-Verlag. Für dessen Berliner Morgenpost schuf er eine Serie von Plakaten. "Seine Plakate warben jedoch auch für Konsumprodukte, vom Likör über Autoreifen und Fleischextrakt bis hin zu einer Schuhcreme-Marke namens "Eulen-Wichse", für die er gemeinsam mit einem befreundeten Kabarettisten "unter Zuhilfenahme einer nötigen Menge Alkohol" den zündenden Werbeslogan entwickelte, den ganz Berlin nachplapperte: 'Womit ick mir die Stiebeln wichse? Mit Eulen-Wichse wichse ick se...'" Seine Plakate wurden als modern, besonders auffällig und raffiniert komponiert gelobt. Der Kunsthistoriker Eduard Fuchs bezeichnete ihn 1906 als "Deutschlands geschicktesten Reklamezeichner" (zit. n. Ege 1992). Heute gilt er als einer der Pioniere der deutschen Reklamekunst.

Für Ernst von Wolzogens Kabarett Überbrettl war er als Kostümbildner tätig, wobei er Kostüme entwarf, "in denen er die Unarten der gegenwärtigen Damen-Mode und die Übertreibungen des modernen kunstgewerblichen Stils mit dem ihm eigenen entzückenden Übermut parodierte" (Osborn 1904, zit. n. Ege 1992). Kabarettvorführungen nach französischer Art waren in Mode; ihre satirischen Aussagen durften jedoch nicht in den Texten gemacht werden, die der Zensur unterlagen. Kostüme, musikalische und szenische Ausgestaltung mussten deshalb die Kritik transportieren.

1898 war er Mitbegründer und künstlerischer Leiter von Max Osborns Zeitschrift Narrenschiff, einer kurzlebigen Konkurrenz zum Simplicissimus. Es folgten gemeinsame Buchproduktionen mit Zeichnungen und Karikaturen. Ab 1901 arbeitete er für das Satireblatt Der Wahre Jacob. In seinen Karikaturen versuchte er, eine genaue Typisierung der gesellschaftlichen Klassen zu geben und nicht nur einzelne physiognomische Merkmale zu überzeichnen. Edels gezeichnete Beobachtungen von Körperhaltung, Gesichtsausdruck etc. geben seinen Karikaturen eine sozialpsychologisch-dokumentarische Relevanz.

Um 1903 zog er sich aus der Gebrauchsgrafik zurück und begann zu schreiben. Es entstanden über 30 Gesellschaftsromane und viele Feuilleton-Beiträge, die Edel den Ruf eines Chronisten der Berliner Bohème eintrugen. Seine Romane hatten teilweise sehr hohe Auflagen und schilderten essayistisch die Berliner Gesellschaftsmilieus.

Zwischen 1916 und 1919 führte Edmund Edel bei mehr als einem halben Dutzend Stummfilmen Regie und schrieb Drehbücher als "Kinometerdichter", wie sich die Drehbuchautoren wegen ihrer "nach Metern und Kilometern" berechneten Fließbandproduktionen nannten. Insgesamt arbeitete er an über 40 Filmen mit und zählte sich selbst zu den ersten deutschen "Filmsnobs" (vgl. Jazbinsek 2000). Sein herausragendster Film ist wohl das 1916 gedrehte Drama Die Börsenkönigin (UA 1918) mit Asta Nielsen in einer ungewöhnlichen Charakterrolle. Nielsen spielt die Geliebte eines Bergwerksdirektors. Dieser betrügt sie; sie nimmt daraufhin das Management der Firma in die Hand. Ungewöhnlich ist auch der Drehort in der Industrielandschaft des Bergbaus.

In einem Essay von 1926 resümierte Edel seine Begeisterung für das Kino:

"Wir wallfahrten aus dem Westen, der für diese derbe, naive Volksbelustigung (naiv im Sinne verderbten Snobtums) zu vornehm war, in die Chausseestraße, wo, wie ich mich zu erinnern glaube, ein winziges Kinotheaterchen sein bescheidenes Dasein fristete. (...) Plötzlich gab es eine Filmbranche. Eine 'Branche', wie es eine Blusen-, Konfektions-, Automobil- oder Lebensmittelbranche gibt. Man fabrizierte Films. (...) Inzwischen ist der kleine Kurbelkasten das Auge der Welt geworden. (...) Keiner fürchtet ihn mehr, jeder sehnt sich danach, vor dem Kurbelkasten diejenige Pose einzunehmen, mit der er seinen Mitmenschen imponieren möchte." (Lit.: Jazbinsek 2000)

Zu seinem 70. Geburtstag 1933 musste sich der populäre und in Berlin wohlbekannte Edel im Völkischen Beobachter als "Salonsemit" beschimpfen lassen; der "obszön-dekadenten Zeichnerei und Schreiberei des Edel-Juden" müsse nicht gedacht werden. Wenige Monate später starb Edmund Edel.

Er wurde auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin beerdigt, jedoch ist die Grabstätte bereits aufgelöst.

Verwendete Quelle: Artikel Edmund Edel In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Edel

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