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Josef Hannich (23. Juni 1843, Rosenthal bei Reichenberg – 19. August 1934, Wien)

Josef Hannich machte sich wie sein Schwager Josef Schiller nicht nur als Pionier der nordböhmischen Arbeiterbewegung und Redakteur früher sozialdemokratischer Arbeiterblätter einen Namen, sondern auch als Arbeiterdichter.

Josef Hannich über sich selbst:

»... Mein Vater war ein Schneidermeister und starb, als ich noch nicht ganz 6 Jahre alt war. Ich war von 6 Kindern das jüngste. Ich habe nur die Volksschule in Reichenberg besucht und mußte frühzeitig in die Fabrik gehen, um mir mein Brot zu verdienen. Später lernte ich die Tuchmacherei und habe sie ausgeübt, bis ich im Jahre 1878 die Redaktion des in Reichenberg erscheinenden Arbeiterfreundes übernahm. Im Jahre 1882, und zwar im Monat Juni, wurde ich wegen sozialdemokratischer Umtriebe in das Landesgericht in Prag überführt und nach sechsmonatiger Untersuchungshaft zu drei Monaten Arrest verurtheilt. Nach Verbüßung meiner Haft im März 1883 habe ich wieder die Tuchmacherei ausgeübt bis zum Oktober 1886, wo ich nach Brünn übersiedelte, um die beiden Blätter Volksfreund und Arbeiterstimme zu redigieren. Im Juli 1891 übersiedelte ich von Brünn nach Steinschönau und übernahm die Redaktion des Nordböhmischen Volksboten. Im Jahre 1897 wurde ich im Wahlkreise Reichenberg der fünften Kurie in den Reichsrath gewählt. Ich bin seit 1876 verheirathet und habe zwei Söhne.«

Hannichs Gedichte tragen ein frisches Naturell an sich und gewähren einen angenehmen Einblick in das Seelen- und Gemüthsleben dieses Mannes, der sich trotz Kerker und Polizeichikane zu einer angesehenen Stellung emporgearbeitet hat.

aus: Stimmen der Freiheit, Blüthelese der hervorragendsten Schöpfungen unserer Arbeiter- und Volksdichter, herausgegeben von Konrad Beißwanger, mit 38 Portraits, Literarisches Bureau Nürnberg (Verlag für Volks- und Arbeiterliteratur), Zweite Auflage, 1901

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