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Jean-François de La Harpe (20. November 1739, Paris – 11. Februar 1803, Paris)

Prosa

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Die seltsame Prophezeihung aus den Memoiren des la Harpe, Aus: SUNDINE. Unterhaltungsblatt für Neu-Vorpommern und Rügen. Nr. 27. und 28. 1838. Stralsund
ePub von H. J. Horn



Jean-François de La Harpe (11. Oktober 1782, Vium – 26. März 1848, Spentrup)

Jean-François de La Harpe war ein französischer Kritiker und Dichter.

La Harpe veröffentlichte anfangs mehrere Bände Héroïdes, fand aber erst Beachtung durch seine Tragödie Warwick (1763). Obwohl seine übrigen Tragödien alle durchfielen, wuchs doch sein Ruhm, besonders durch seine eleganten und feinsinnigen Éloges (von Heinrich IV., Fénelon, Racine u. a.), von denen die Akademie acht mit dem ersten Preis auszeichnete. Infolge seiner maßlosen Eitelkeit und Arroganz nahm aber auch die Zahl seiner Feinde und die Heftigkeit ihrer Angriffe derart zu, dass seine Aufnahme in die Académie française am 20. Juni 1776 eher eine Niederlage zu nennen war, und eine Menge der giftigsten Epigramme über ihn ging von Mund zu Mund.

Den Höhepunkt seines Ruhms erreichte er als Professor der Literatur am neu gegründeten Lycée (1786-98). Er hielt hier Vorlesungen vor einem großen, eleganten Publikum, bei dem sein feiner Geschmack und der formvollendete Vortrag Anerkennung fanden.

Seine anfängliche Begeisterung für die Revolution verkehrte sich in das gerade Gegenteil, als er 1794 auf fünf Monate ins Gefängnis geworfen wurde; er, der vorher im Lycée mit der Jakobinermütze erschienen war, erklärte sich jetzt für den erbitterten Feind revolutionärer und philosophischer Ideen und zeigte sich in Worten und Werken als eifriger Anhänger der Religion und der Monarchie. Er war auch für den nachhaltigen negativen Impetus von Denis Diderot verantwortlich, welchen er als einen Sittenverderber und abschätzig mit deutlich negativer Konnotation als Atheisten und Materialisten bezeichnete.

Sein berühmtestes Werk Lycée ou Cours de littérature (Paris 1799-1805; neue Ausg. 1825-26, 18 Bde.; 1840, 3 Bde.), die Sammlung seiner Vorträge, gibt ein treues Bild seiner Vorzüge und Schwächen; auf der einen Seite glänzende Beredsamkeit, klare, anschauliche Darstellung und seine Bemerkungen, auf der anderen mangelhafte Kenntnisse, eine gewisse Oberflächlichkeit und Parteilichkeit seines Urteils; besonders fehlt ihm der historische Sinn; er kennt eigentlich nur das 17. Jahrhundert genau und spricht am besten über Racine und das Zeitalter Ludwigs XIV.

Vor allem aber macht sich bei La Harpe die Lust zu scharfer, rücksichtsloser Kritik bemerkbar; die Veröffentlichung der Correspondance littéraire, adressée au grand-duc de Russie (nachmaligem Paul I.; 1801), die voll der strengsten persönlichen Urteile war, erregte großen Skandal.

Seine streng klassischen Tragödien (Warwick, Timoléon, Pharamond, Gustave Wasa, Menzicoff, Les Barmécides, Virginie, Philoctète etc.) sind frostige und wertlose deklamatorische Übungen.

Von zahlreichen anderen Werken nennen wir nur noch sein nachgelassenes La prophétie de Cazotte, welches Sainte-Beuve, was Erfindung und Stil anbelangt, für sein bestes Werk erklärte.

Quelle: Artikel Jean-François de La Harpe in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: Jean-François de La Harpe

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