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Rahel Sanzara (auch Sansara; Pseudonym für Johanna Bleschke) (9. Februar 1894, Jena – 8. Februar 1936, Berlin)

Rahel Sanzara war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin und Schriftstellerin.

Johanna Bleschke alias Rahel Sanzara war die älteste von vier Kindern eines Stadtmusikers. Sie besuchte eine höhere Töchterschule mit angeschlossenem Handelsschuljahr. 1912 wurde sie zu einer Buchbinderlehre nach Blankenburg im Harz geschickt. 1913 ging sie nach Berlin und lernte dort den Arzt und Schriftsteller Ernst Weiß kennen, mit dem sie (mit Unterbrechungen) über zwanzig Jahre verbunden blieb. Nach einer Schnellausbildung zur Krankenschwester und entsprechender Tätigkeit 1914/15 ließ sie sich bei Rita Sacchetto zur Tänzerin ausbilden und hatte einige Auftritte in Tanzpantomimen. Nach ihrem Filmdebüt 1916 (in "Der Fall Routt...!") absolvierte sie eine Schauspielausbildung bei Otto Falckenberg in München, der ein Auftritt in Ernst Weiß' Drama Tanja in Prag folgte. Ab 1921 war sie am Hessischen Landestheater in Darmstadt engagiert. 1924 zog sie sich vom Theater zurück.

Ihr Erstlingsroman Das verlorene Kind erschien als Vorabdruck in der Vossischen Zeitung und 1926 als Buch und erregte großes Aufsehen wegen des heiklen Themas eines Sexualmordes an einer Vierjährigen. Er erreichte in kurzer Zeit mehrere Auflagen und wurde in elf Sprachen übersetzt. 1926 sollte ihr dafür der Kleist-Preis verliehen werden, aber sie lehnte ab. Ihre weiteren literarischen Arbeiten blieben ohne Erfolg. 1927 heiratete sie den jüdischen Börsenmakler Walter Davidsohn. Während der Nazi-Herrschaft emigrierte er nach Frankreich, sie blieb in Berlin und starb dort 1936 nach langer Krankheit.

Verwendete Quelle: Artikel Rahel Sanzara. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. März 2008, 09:39 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rahel_Sanzara&oldid=43643202
(Abgerufen: 21. März 2008, 13:41 UTC)
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