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Biographie

Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel (10. März 1772, Hannover – 12. Januar 1829, Dresden)

Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel war ein deutscher Kulturphilosoph, Philosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer. Friedrich Schlegel war neben seinem Bruder August Wilhelm Schlegel einer der wichtigsten Vertreter der 'Jenaer Frühromantik' sowie Mitbegründer der modernen Geisteswissenschaft.

Friedrich Schlegel kam am 10. März 1772 als Sohn des lutherischen Pastors Johann Adolf Schlegel (1721-1793) in Hannover zur Welt, verbrachte aber große Teile seiner Kindheit bei einem Onkel und seinem älteren Bruder August Wilhelm Schlegel. Nach einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre (1788) verschaffte er sich das fehlende Gymnasialwissen auf autodidaktischem Wege - eine zu der Zeit häufigen Form des 'Studiums'. Anschließend besuchte er die Universitäten in Göttingen und später dann in Leipzig. Dort studierte er anfangs Rechtswissenschaften, dann Medizin, und wandte sich zunehmend der Mathematik (Logik) und Philosophie zu, sowie der Klassischen Philologie. Zunehmend beschäftigte er sich mit Literatur, Kunsttheorie, Philosophie und Geschichte.

1792 lernt er Friedrich von Hardenberg (Novalis) an, mit dem ihn viele Interessen wie Philosophie, Geschichte ud Literaturtheorie verbanden. 1793 freundete er sich mit der Arztwitwe Caroline Schlegel an. Beide Freundschaften prägten seinen weiteren Lebensweg entscheidend, da sie ihn bei seiner literarischen Tätigkeit unterstützten. 1794 gab er das Studium aus Geldnot auf und wurde freier Schriftsteller. Dabei beschäftigte er sich vor allem mit der klassischen Antike. Er zog nach Dresden zu seiner Schwester Charlotte. Dort lernt er Christian Gottfried Körner kennen. Er veröffentlichte sein erstes Werk Von den Schulen der griechischen Poesie. 1795 lernt er Johann Friedrich Reichardt kennen, der – wie Caroline – ein begeisterter Anhänger der französischen Revolution ist. Die Mitarbeit an dessen Zeitschrift Deutschland sichert ihm seit 1796 seinen Lebensunterhalt. Neben dem politischen Artikel: "Versuch über den Begriff des Republikanismus" erscheint darin eine scharfe Kritik an den Gedichten Friedrich Schillers (Rezension des Schillerschen Musenalmanachs auf das Jahr 1796). Der daraufhin verstimmte Schiller greift nun seinerseits Friedrich Schlegel in den Xenien (erschienen im Musenalmanach auf das Jahr 1797) an. Diese Bekanntschaft abschließend führt dann 1797 Schlegels verletzende Rezension von Schillers Zeitschrift Die Horen zum endgültigen Bruch.

Inzwischen war Schlegel nach Jena gezogen. Er folgte 1796 seinem Bruder August Wilhelm und dessen Frau, der ehemaligen Caroline Böhmer, nach. Zunehmend beschäftigte er sich nun mit neuerer Literatur und Philosophie (Kant, Spinoza). Hier prägt ihn stark die Philosophie von Johann Gottlieb Fichte (vgl. dessen Wissenschaftslehre), mit dem ihn eine Freundschaft verbindet. Auch in anderer Hinsicht ist dieser erste Jenaer Aufenthalt fruchtbar für den jungen Schlegel: Sie führen zur Bekanntschaft mit Schriftstellern der 'älteren Generation': Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und – Johann Wolfgang von Goethe. In Auseinandersetzung mit deren Werken wird er seine berühmte Literaturtheorie entwickeln.

1797 lernte er im Berliner Salon der Henriette Herz Dorothea Veit, die Tochter Moses Mendelssohns kennen, mit der er nach ihrer Scheidung 1798 zusammenlebte. Diese Zeit findet eine programmatisch überhöhte Darstellung in seinem Roman Lucinde (1799). 1798 gründete er zusammen mit seinem Bruder August Wilhelm die ästhetisch-kritische Zeitschrift: Athenäum. Sie gilt als das 'Sprachorgan' der 'Jenaer Frühromantik':

1799 lebten die beiden Brüder, August Wilhelms Ehefrau Caroline sowie Dorothea Veit für ein halbes Jahr zu viert in einem Haus – im Hinterhaus der Leutragasse 5 – zusammen. Diese sogenannte 'Romantiker-Wohngemeinschaft' bildet das Kernstück der Jenaer Romantik. Die Gruppe, deren Ziel ein enges Verweben von Leben und Literatur war, erhielt in dieser Zeit häufig Besuch: Mit Friedrich von Hardenberg (Novalis) und Ludwig Tieck – dieser erschien mit seinem Schwager August Ferdinand Bernhardi – verband Friedrich eine enge Freundschaft. Auch der roommate aus Berliner Tagen, Friedrich Schleiermacher, kam mal vorbei, wie auch die in Jena lebende Schriftstellerin Sophie Mereau (wenngleich diese eher dem 'Schiller-Kreis' zuzuordnen ist), deren Geliebter und späterer Ehemann Clemens Brentano, die Philosophen Schelling und last but not least Fichte. In den Nächten diskutierten sie über Literatur, Kunsttheorie und Philosophie, tagsüber arbeiteten sie an ihren Texten: Friedrich unter anderem an der Lucinde, August Wilhelm und Caroline an den Shakespeare-Übersetzungen.

Doch dieses Leben dauerte nur einen „Wimpernschlag der Weltgeschichte“ an. Im August 1800 noch habilitierte Friedrich Schlegel an der Universität Jena als Privatdozent. Bereits 1801 löste sich die WG auf. Schlegel begab sich nach einem Aufenthalt in Dresden zusammen mit Dorothea, die ihn während dieser Zeit durch schriftstellerische Tätigkeit finanziell versorgte (vgl. Florentin), nach Paris zum Studium der Kunstsammlungen. Dort beschäftigte er sich mit dem Studium des Persischen und des Indischen und gründete die Zeitschrift Europa. Nach der Heirat mit Dorothea, die, da sie aus jüdischen Elternhaus stammte, vorher zum Protestantismus konvertieren musste, ging er 1804 nach Köln, wo er Vorlesungen hielt. Sein Interesse für den Katholizismus stieg immer mehr. 1808 wurde er zusammen mit ihr katholisch und trat in den österreichischen Staatsdienst ein, wo er für Österreich propagierte.

1814 wurde er zum „Ritter des päpstlichen Christusordens“ ernannt. 1815 wurde er geadelt. 1815 bis 1818 war er als österreichischer Legationsrat am Bundestag in Frankfurt.

Nachdem er in Wien seine berühmten Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte gehalten hatte reiste er 1828 nach Dresden und hielt dort bis zu seinem Tode Anfang 1829 Vorlesungen über die Philosophie der Sprache und des Wortes.

Friedrich von Schlegel auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden beerdigt.


Bibliographie:

Verwendete Quelle: Friedrich Schlegel in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. Dezember 2008, 20:00 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Friedrich_Schlegel&oldid=54645648
(Abgerufen: 13. Januar 2009, 15:00 UTC)
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