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Annemarie Schwarzenbach (23. Mai 1908, Zürich – 15. November 1942, Sils im Engadin)

Prosa
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Annemarie Schwarzenbach, Eine Frau zu sehen, Kein & Aber Verlag, Zürich, 2008


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Annemarie Schwarzenbach, Flucht nach oben, Lenos Verlag, Basel, 2005



Annemarie Schwarzenbach (23. Mai 1908, Zürich – 15. November 1942, Sils im Engadin)

Annemarie Schwarzenbach war eine Schweizer Schriftstellerin und Journalistin.

Annemarie Schwarzenbach stammte aus der reichen Zürcher Industriellenfamilie der Schwarzenbachs. Schwarzenbachs Vater, Alfred Emil Schwarzenbach, war ein wohlhabender Industrieller und einer der grössten Seidenfabrikanten der Welt. Er besass Seidenwebereien in Thalwil bei Zürich und anderen Teilen der Welt. Schwarzenbachs Mutter, Renée Schwarzenbach-Wille, war die Tochter des Generals Ulrich Wille, der im Ersten Weltkrieg gedient hatte.

Sie wuchs in der Seegemeinde Horgen auf dem stattlichen Landgut Bocken auf und promovierte mit 23 Jahren mit einer Arbeit zur Geschichte des Oberengadins im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Erste journalistische Veröffentlichungen sowie literarische Texte entstanden noch während ihrer Studienzeit. Kurz nach Abschluss ihres Studiums debütierte sie mit dem Roman Freunde um Bernhard. Im Jahr 1931 hielt sie sich öfter in Berlin auf, wo sie in engem Kontakt mit Klaus und Erika Mann stand. In diese Zeit fallen auch ihre ersten Erfahrungen mit Morphin. Annemaries Verhältnis zu ihrer Mutter Renée war sehr gespannt, unter anderem ihrer antifaschistischen Einstellung wegen. Einige Mitglieder der Familie Schwarzenbach/Wille sympathisierten nach 1933 mit der Schweizer Front, die eine Annäherung der Schweiz an Nazideutschland befürwortete, während sich in Annemaries Freundeskreis zahlreiche jüdische und politische Emigranten aus Deutschland befanden.

So führte sie nach 1933 selbst teilweise das Leben einer Migrantin und reiste mehrere Jahre hintereinander in verschiedene Länder, öfter zusammen mit Klaus Mann, dessen literarische Exilzeitschrift Die Sammlung sie finanziell unterstützte. 1933 begab sich Annemarie Schwarzenbach zusammen mit der Fotografin Marianne Breslauer auf eine erste journalistische Reise nach Spanien. Im gleichen Jahr führte sie der Weg nach Persien. Nach der Rückkehr in die Schweiz reiste sie 1934 nach Moskau, wo sie gemeinsam mit Klaus Mann am ersten Allunionskongress sowjetischer Schriftsteller teilnahm. 1935 kehrte sie nach Persien zurück und heiratete dort – trotz ihrer lesbischen Orientierung – den ebenfalls homosexuellen französischen Diplomaten Claude-Achille Clarac. 1937 recherchierte sie in Moskau für ihr Buch über den Schweizer Expeditionsbergsteiger Lorenz Saladin, der im Jahr zuvor nach einer Besteigung des Khan Tengri in Kirgistan gestorben war. 1939 hielt sie sich längere Zeit für einen Drogenentzug in Kliniken auf. Während dieser Zeit schrieb sie ihr Buch Das glückliche Tal.

Gemeinsam mit der Schweizer Schriftstellerin Ella Maillart reiste sie Juni 1939 in einem Ford-Kleinauto überland nach Afghanistan, über Istanbul, Trabzon und Teheran. Im September, zum Ausbruch des Krieges, waren sie in Kabul, wo Annemarie einige Wochen krank war, und wo Ella Maillart sie verliess. Danach zog es sie in die USA, wo sie in New York erneut mit den Geschwistern Mann zusammentraf. Dort lernte sie die Schriftstellerin Carson McCullers kennen, die sich Hals über Kopf in Schwarzenbach verliebte. Diese erwiderte ihre Gefühle nicht, blieb während ihrer Zeit in den USA jedoch mit den McCullers befreundet und schrieb mehrere wohlwollende Rezensionen zu McCullers Debütroman The Heart is a Lonely Hunter. Auch in den USA musste Schwarzenbach sich wegen ihrer Morphiumsucht, schwerer Depressionen und Suizidversuchen mehrfach in psychiatrische Behandlung begeben. Nach einer Reise nach Belgisch-Kongo lernte sie im Mai 1942 in Lissabon die aus den USA ausgewiesene deutsche Journalistin Margret Boveri kennen. Beide hatten im Ausland aufgrund ihrer deutschen Herkunft bzw. Sprache nach Beginn des Zweiten Weltkrieges diskriminierende Erfahrungen gemacht. Von der politischen Einstellung und vom persönlichen Charakter her waren beide jedoch völlig verschieden, so dass es bei einer kurzen Freundschaft ohne längeren schriftlichen Gedankenaustausch blieb. Nach einem Besuch ihres Ehemannes in Tétouan im Juni 1942 kehrte Schwarzenbach wieder in die Schweiz zurück.

Am 7. September 1942 stürzte sie im Engadin mit ihrem Fahrrad und zog sich eine schwere Kopfverletzung zu, an der sie, nach einer Fehldiagnose, am 15. November starb.

Schwarzenbach schrieb u. a. für die Neue Zürcher Zeitung

Annemarie Schwarzenbachs Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.

Verwendete Quelle: Artikel Annemarie Schwarzenbach In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Annemarie_Schwarzenbach

Dieser Artikel (Quellenangabe) basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht seit Juli 2009 unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz – vormals GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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