ngiyaw-eBooks Home

Johann Karl Wezel (31. oktober 1747, Sondershausen – 28. Januar 1819, Sondershausen)

Johann Karl Wezel wurde als Sohn des Kochs Johann Christoph Wezel und dessen Ehefrau Juliane, geb. Blättermann, im thüringischen Sondershausen geboren. Er wuchs aufgrund der ärmlichen Verhältnisse, in denen seine Eltern lebten, bei seinen Großeltern auf.

Nach dem Besuch des Gymnasiums schrieb er sich an der Universität von Leipzig ein. Dort studierte er anfangs Theologie, später Philosophie, Philologie und Rechtswissenschaft. Nach Abschluß des Studiums trat er die Stelle eines Hofmeisters beim Bautzener Amtshauptmanns an.

Wezel begann schon früh mit dem Schreiben, hielt seine anfänglichen Werke jedoch nicht für herausgebbar. Das Gedicht »Filibert und Theodosia« war 1772 seine erste Veröffentlichung. Mit der »Lebensgeschichte Tobias Knauts, des Weisen, sonst der Stammler genannt« wagte er sich 1773 gleich an einen vierbändigen Roman, den er anonym veröffentlichte. Der letzte Band erschien 1776.

1774 gab er seine Hofmeisterstellung auf, fand aber erst zwei Jahre später eine neue Anstellung als Hofmeister beim preußischen Staats- und Justizminister Ernst Friedemann von Münchhausen in Berlin. Schon im nächsten Jahr gab er diese Stelle wieder auf und ging nach Leipzig um sich dort als freier Schriftsteller niederzulassen.

Wezel schrieb gelegentlich für Zeitschriften wie dem »Deutsches Museum« und veröffentlichte im »Taschenbuch für Dichter und Dichterfreunde«. Von 1779 bis 1780 arbeitete er an einer zweibändigen Bearbeitung des Klassikers von Daniel Defoe, »Robinson Krusoe, neu bearbeitet«, bei der der zweite Band eine eigene Fortführung der Erlebnisse Robinson Crusoes darstellte.

Durch seine Arbeit als Hofmeister inspiriert verfolgte Wezel 1780 den Gedanken ein eigenes Erziehungsinstitut zu eröffnen. Seine Pläne dazu veröffentlichte er im selben Jahr in der Schrift »Ankündigung einer Privatanstalt für den Unterricht und die Erziehung junger Leute zwischen zwölf und achtzehn Jahren«. Das Vorhaben scheiterte jedoch.

Mit seinem auf fünf Bände geplanten philosophischen Werk »Versuchs über die Kenntnis des Menschen« kam er 1787 mit der sächsischen Zensur in Konflikt, was ihm auch finanziell sehr zu schaffen machte. Da schon vorher mehrere seiner Projekte ohne Erfolg blieben, verfiel Wezel in tiefe Depressionen, die sich zum Wahnsinn steigerten, so daß er unter Aufsicht gestellt wurde. Dieser Wahnsinn wird heute allerdings weitestgehend bezweifelt, da während seiner Krankheit verfaßte Werke auf einen klaren Verstand schließen lassen. 1788 kehrte er nach Sondershausen in Thüringen zurück und verbrachte dort den Rest seines Lebens in ärmlichen Verhältnissen.

Verfügbare Texte



ngiyaw-eBooks Home