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Biographie

Ottilie Wildermuth, geb. Rooschüz (22. Februar 1817, Rottenburg am Neckar – 12. Juli 1877, Tübingen)

Ottilie Wildermuth, Jugendbildnis von Sophie Pilgrem um 1835

Ottilie Wildermuth war eine deutsche Schriftstellerin und Jugendbuchautorin.

Ottilie Rooschüz wurde als Tochter des Marbacher Kriminalrats (seit 1819 Oberamtsrichter) Gottlob Christian Rooschüz und seiner Ehefrau Leonore geb. Scholl geboren. Schon früh zeigte sie einen starken Wissensdrang und verfasste eigene Geschichten und Gedichte. Im Sommer 1833 durfte sie sechs Monate zur Weiterbildung in Stuttgart verbringen.

1843 heiratete sie mit 26 Jahren den 10 Jahre älteren Philologen Wilhelm David Wildermuth. Wilhelm Wildermuth hatte nach längerem Aufenthalt als Hofmeister in Frankreich und England eine Anstellung als Professor für neuere Sprachen am Lyzeum in Tübingen, dem heutigen Gymnasium, erhalten. Ottilie schloss sich mit Tübinger Frauen zu einem Kranz zusammen, dem sie 34 Jahre lang bis zu ihrem Tode angehörte. Zum Freundeskreis des jungen Paares gehörten von Anfang an Ludwig Uhland und seine Frau, die Familie des Dichters Karl Mayer, Klüpfl-Schwab sowie später auch die verschiedener Universitätsprofessoren. Ihre vielseitige Bildung ermöglichte es Ottilie an den Arbeiten ihres Mannes teilzunehmen. Wie ihr Mann unterrichtete sie Englisch.

Von fünf Kindern, die sie zwischen 1844 und 1856 gebar, überlebten die zwei Töchter Agnes und Adelheid und der Sohn Herrmann.

1847 schickte sie erstmals eine Geschichte mit dem Titel „Die alte Jungfer“ an das "Morgenblatt". Nachdem diese zum Druck angenommen wurde, schrieb sie weitere Erzählungen, Novellen, Lebensbilder, Familien- und Jugendgeschichten, idyllische Schilderungen protestantischen schwäbischen Lebens, deren Stoffe sie aus ihrem näheren Umkreis bezog. Die vielgelesenen Familienzeitschriften (Daheim, Die Gartenlaube u. a.) druckten ihre dem Publikumsgeschmack entsprechenden Geschichten ab und machten sie zur bekanntesten Schriftstellerin ihrer Zeit. 1870 gründete sie die Kinderzeitschrift Jugendgarten, die später von ihren Töchtern Agnes Willms und Adelheid Wildermuth fortgesetzt wurde. 1871 erhielt Ottilie Wildermuth in Württemberg die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft.

In ihrem fünfzigsten Lebensjahr wurde ihre Gesundheit durch ein Nervenleiden stark angegriffen.

Am 12. Juli 1877 erlag Ottilie Wildermuth sechzigjährig einem Schlaganfall. Ihr Grab befindet sich auf dem Tübinger Stadtfriedhof, ein ihr gewidmetes Denkmal befindet sich auf der Tübinger Neckarinsel.

Verwendete Quelle: Artikel Ottilie Wildermuth in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Juli 2009, 17:25 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ottilie_Wildermuth&oldid=61928030 (Abgerufen: 2. September 2009, 05:25 UTC)
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