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Carola Bruch-Sinn – Selbstbekenntnis.     Zur Biographie

aus: Die Novelle, Ein kritisches Lexikon über die bekanntesten deutschen Dichter der Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Novellisten, von Martin Maak, Mit zahlreichen Portraits, Verlag der Novellenbibliothek, Kommissionär in Leipzig Eduard Strauch, 1896, S. 178.



An meine Feder

Es fließt aus dir mir Trost und Labe
Und hellen Mutes Sonnenschein,
Du bist mein Glück und meine Habe,
Bist Zier und Stab und Altarschrein.


Du kannst nicht Lorbeern mir erringen,
Nicht Goldespracht, nicht Ruhmesmacht,
Doch stillen Frieden darfst du bringen
Und mildes Leuchten meiner Nacht.


Du machst vergessen, machst mich hoffen,
Du milderst jedes ird'sche Leid
Und stille Thränen zwingst du offen
Und weisest nach der Ewigkeit.


Wenn meines daseins Spur verloren
Im Wüstenmeer ein Körnlein Sand –
Nur du erzählst, daß ich geboren,
Daß ich gelebt, daß ich entschwand.




Selbstbekenntnis.