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Felix Dörmann – Sensationen

Gedichte

Felix Dörmann, Sensationen, Verlag von Leopold Weiss, Wien, 1892.


Ich habe gebüsst.



1.

Noch ruht auf mir meiner Sünden Zicht,
Die Fackel der Freiheit, noch flammt sie mir nicht,


Noch klirren die Ketten mir malmend am Fuß,
Noch peitscht mich der Brüder verächtlicher Gruß,


Noch scheut der Geringste den Druck meiner Hand,
Noch bin ich verstoßen, vervehmt und verbannt:


So war meine Reue noch zärtlich und weich,
So war meine Buße noch schwächlich und bleich:


Wohlan! so verhängt mir die zehnfache Bein, –
Ich will sie ertragen und dankbar sein.


2.



In Asche vergrub ich die Stirn und in Koth,
Den Wölfen im Walde zum Fraß ich mich bot,


Den Stürmen der Winternacht gab ich mich preis,
Ich wälzte die Glieder durch Felsen und Eis;


Ich beugte den Willen und brach meinen Stolz,
Schlug selber die Seele an’s Marterholz,


Ich kroch vor der Herde – und das ist die Qual,
Der Seele rothglühendes Schandenmal.


3.



Ich habe gebüßt nach der Christen Gebot,
In darbender Demuth, in Ketten und Koth.


Was jemals ein Mensch sich als Folter ersann,
An tödtlichen Qualen, ich that es mir an.


Ich habe gebüßt drei Jahre lang.
Drei Jahre die klatschende Geissel erklang,


Drei Jahre lang floss mein Blutes Horn,
Drei Jahre lang schwoll meiner Seele Zorn –


Bis Flammen verathmend der Morgen genaht,
Da wuchtigen Tritts ich die Geißel zertrat,


Da lachenden Mundes ich Götzen zerklirrt,
Die hämisch den Flug meiner Seele verwirrt.


Die Stinte, so lange mit Asche bedeckt,
Ich habe sie leuchtend emporgereckt.


Ich hatte gebüßt drei Jahre lang,
Der Seele brausenden Überschwang;


Ich hatte gebüßt nach der Christen Gebot,
In darbender Denrath, in Ketten und Noth:


Dass freier und wilder und größer ich war,
Als meiner Genossen staubleckende Schaar.


4.



Wer gab denn zu warten der Heerde das Recht,
Wer nennt, was ich übte, verworfen und schlecht,


Wer hetzt mich entgegen der Nacht und der Noth,
Wer gibt meiner Seele Befehl und Gebot,


Wer hebt gegen mich seine strafende Hand,
Wer hat mir den Sclaven als Richter gesandt ?


Und jauchzend erdröhnte mein fürstlicher Schrei:
Wer wagt es zu sagen, dass Sünder ich sei ?


5.



Ich habe genossen – von Qualen zernagt,
Ich büßte mit Qualen – nun hat es getagt.


Die Qualen zerrinnen, die Kette zerbricht.
Wer sind meine Richter – ich kenne sie nicht.


Ich kenne nicht einen, der über mir steht,
Mich selber nur grüßt meiner Seele Gebet.


Den Leib könnt Ihr beugen und brechen im Frohn,
Die Seele, die Seele, sie lächelt Euch Hohn.






Sensationen.



E. M. Kafka
zugeschrieben





Groteske.



Das waren die grauen Gespenster,
Die glitten in schweigender Nacht
Durch leise klirrende Fenster
Und haben getobt und gelacht.


Sie wogten auf und nieder
Auf grünlichem Mondenglast,
Sie dehnten die farblosen Glieder
Und tanzten in fiebernder Hast.


Mit eisigen Fingern durchkrallten
Mein Fleisch sie bis auf’s Bein,
Und seltsame Worte lallten
Sie gröhlend und kichernd darein.


Mein Leib in wilden Schauern
Zu winden sich begann,
Die grauen Gespenster sie lauern –
Und kreischend flüchten sie dann.


Mit blutigen Rosen.



Mit blutigen Kosen
Und wachsbleichen Nelken
Durchwinde dein Haar.
Und löse die Flechten . . .
Düfte verathmende,
Wirre Strähne
Mögen über deine
Üppig-starren,
Bronce-braunen Brüste
Niederhangen, Schleifen
Schwarzblau,
Düster,
Wie blitzgesättigte
Wetterwolken.
Und deine Lippen,
Deine blumenkühlen,
Mögen in ewigen,
Zärtlichen,
Halbgehauchten Küssen
Mein Antlitz streifen.
Dann, nur dann
Wird sie entweichen,
Jene herzumschnürende,
Tödtliche Lebensangst,
Und fern und ferner wird
Mit schlürfenden Schritten
Der Wahnsinn schleichen . . .
Komm’ zu mir,
Bleibe bei mir,
Immer,
Immer . . . . . . . .


Auferstehung.



Wenn sich Deine starren Züge
Zerren in der Seele Qual,
Wenn Dir Deines Daseins Lüge
Aufersteht mit einem Mal,


Wenn sich Deine Glieder bäumen,
Trotzig, in verbiss’ner Wut,
Aufgeschreckt aus Wonneträumen,
Knirscht und tobt der Nerven Brut,


Wenn die Thränenschleier fließen
Über Deine dunkle Haut,
Und die wilden Worte schießen
Gellend, wie der Zinken Laut:


Dann durchrieseln Wonneschauer
Meinen Leib; – ein Dankgebet
Schwillt zu Dir – aus deren Trauer
Meines Glückes Odem weht.


Klafft und blutet, dürre Wunden:
Wonnen, die nur ich empfand
Leben wieder – für Secunden
Meine Seele auferstand.


Groteske.



Ich weiß, ich weiß, – sie harren mein und lauern,
Der fahle Stumpfsinn und die rothe Wuth; –
Verzerrte Fratzen – kichernd sie umkauern
Mein Lager jede Nacht und trinken Blut.


Mit dürren Fingern ritzen sie die Venen –
Bis gurgelnd sich der dunkle Quell entlud –
Sie würzen sich den Trank mit meinen Thränen
Und meines Todesschweißes bitt’rer Flut.


Und wonnevoll die feuchten Fratzen schauern
Und küssen mir in heißer Dankbarkeit
Des wüsten Schädels mürbe Knochenmauern
Und jubeln, jubeln, dass der Morgen weit.


Mein Herz ist todt.



Wenn meiner Lieder düsterrothe Feuer
In wilden Flackertänzen Dich umsprüh’n,
O glaube nicht, dass Du mir lieb und theuer,
Dass diese Flammen aus dem Herzen glüh’n.


Mein Herz ist todt, wenn jemals ich besessen
Ein solches Ding in meiner kalten Brust,
Vielleicht auch, dass ich’s irgendwo vergessen
Bei blassen Frauen nach verschwieg’ner Lust.


Was ich liebe.



Ich liebe die hektischen, schlanken
Narzissen mit blutrothem Mund;
Ich liebe die Qualengedanken,
Die Herzen zerstochen und wund;


Ich liebe die Fahlen und Bleichen,
Die Frauen mit müdem Gesicht,
Aus welchen in flammenden Zeichen,
Verzehrende Sinnenglut spricht;


Ich liebe die schillernden Schlangen,
So schmiegsam und biegsam und kühl:
Ich liebe die klagenden, bangen,
Die Lieder von Todesgefühl;


Ich liebe die herzlosen, grünen
Smaragde vor jedem Gestein;
Ich liebe die gelblichen Dünen
Im bläulichen Mondenschein;


Ich liebe die glutendurchtränkten,
Die Düfte, berauschend und schwer
Die Wolken, die blitzedurchsengten
Das graue wuthschäumende Meer;


Ich liebe, was niemand erlesen,
Was keinem zu lieben gelang:
Mein eigenes, urinnerstes Wesen
Und alles, was seltsam und krank.


Sensationen.



1.



Ihr weichen Düfte und Ihr kühlen Farben,
Euch dank’ ich meine letzte Seligkeit,
In Eurem wonneschwülen Bannkreis starben
Die rothen Qualen, die mich wild umwarben,
Der graue Jammer und das bleiche Leid.


Ein Bettler war ich – martervolles Darben
War meines Lebens traurig-ödes Loos.
Nun sprüht mit eins in üppig-reichen Garben,
In weichen Düften und in kühlen Farben
Das große Glück in meiner Seele Schoß.


2.



O Tuberosen, süße, wächsernbleiche,
O heißgeliebte, regungslose Schar!
Dass Euer Anblick nimmer mir entweiche!
Und Euer Hauch, der feuchte, zärtlich-reiche,
Süß-duftig wie die Haarflut einer Leiche,
Er möge mich umzittern immerdar.


O Tuberosen, süße, wächsernbleiche,
O heißgeliebte, regungslose Schar!


3.



In grauer Flut ist mir die Welt versunken,
Ein nebeltrübes, ödes Traumgebild,
Und farbenjauchzend, schwerer Düfte trunken
Die neue Welt aus meiner Seele quillt. –


O Silberlila, Deine weichen Wellen,
Wie Kinderseelen lilienkeusch und klar,
In meine flammenmüde Seele quellen.
Und meine Seele wird zum Hochaltar,


Wo Jubelhymnen Deiner Süße schwellen.


4.



O lasst mich, lasst mich ruh’n auf grünem Rasen,
In seinen Farbenzauber mich versenken,
Entfliehen allem qualvoll-heißen Denken
Zu meiner Seele schweigenden Extasen.


O lichtes Grün, wie Du die Seele weitest,
Um jede Nervenfaser zärtlich kost,
In’s Unermess’ne das Gefühl verbreitest,
O lichtes Wiesengrün – mein treuer Trost.


Wenn meine Seele sich vor Grausen sträubet,
Wenn alles öd und ekel ist geworden,
Wenn Qual und Sehnsucht jedes Glück ermorden,
Dein sanfter Schleier einzig sie betäubet.






Farbenträume



Ilma Seiler-Willborn
zugeschrieben.



Geträume.



Des Himmels veilchenblaue Wölbung spannte
Sich .sterneglitzernd über mir . . . ein Dampf
Von überreifen, üppigen Gardenien
Umquoll mit weichem Fächeln Stirn und Wange,
Und meine Glieder, schwer und schlummersüchtig,
Sie ruhten reglos auf den Marmorplatten
Des Sarkophages, der mich kühl umfing.
Und auf des Sarges Ranft, – da saßest du . .
Um deinen rosenbraunen Körper bebte
Ein goldiggrüner, seidenzarter Flor,
Und aus dem trotzig schwarzen Haar ergleißte
Bleichgrünlicher .Smaragde kalter Schein.
Dein Antlitz war verträumt und weltverloren,
Und deine Augen starrten weit hinaus,
So suchend, so begehrend und so schmerzlich,
Und leise zuckten deine schweren Brauen,
Und um die stolzgepressten Lippen glitt
Ein wundes Lächeln, ein gedämpfter Hohn
Und Überdruss und Ekel und Verzweiflung,
Und ungesprochen traf mein Ohr die Frage:


Wie lange noch soll ich dich hüten – ich,
Das heiße, wilde, starke Leben – dich,
Den Markerkrankten, Todessiechen, sprich,
Wie lange noch?


Sturm.



Wo sich auf bleichgeglühten Kalksteinfelsen
Der Rosenhain erhebt, dort ruhtest du . . .
Die Luft ist schwül, dem fernen Horizont
Entsteigt ein nachtgefärbtes Sturmgewölk,
Das noch ein letztes, blasses Roth umsäumt.
In schwärzlich-grünen, weiten Wellen schlägt
Schwerathmend schon empor zum Strandgeklipp
Das wilde Meer und jauchzt dem Sturm entgegen,
Der es durchschüttelt bis zum letzten Grund.
Zu Neste flüchtet scheu das Seegevögel,
Und heimwärts flieht mit hochgebauschtem Segel
Der Fischerbarken angstgepeitschte Schaar . . .
Du aber ruhst in marmornem Gestühl
Und saugst in gierig langen Athemzügen
Der goldig-blassen Rosen schweren Hauch,
Und lässt den Sturm in liebesheißem Spiel
Von Brust und Schultern Dir den Schleier lösen
Und starrst hinaus auf gischtgekrönte Wasser
Und träumst vom Sturm, der Deine Seele liebt
Und sie durchschüttert bis zum letzten Grund.


Intérieur.



Ein Intérieur von lichter Scharlachseide,
Ein wohldurchwärmtes, traulich-enges Heim.
Aus schlankgeformten Ständerlampen quillt,
Von buntgefärbten Abas-jours gedämpft, –
Ein rosig warmer Lichtstrom zitternd nieder.
Orangen und Narzissen hauchen träumend
Die duftig-schweren Blüthenseelen aus –
Und tiefes, tiefes Schweigen. –
Hingelagert
Auf üppig weichen Eisbärfellen, ruht
Ein schlankes Weib, die Lippen halberbrochen,
Mit leicht-umblauten, müden Schwärmeraugen, –
Und träumt und träumt von seelenheißer Freude,
Von zügellosem Schwelgen, trunknem Rasen,
Von einem hochgepeitschten Taumelreigen
Der abgestumpften, wurzelwelken Nerven,
Von einem letzten, niegekannten Glück,
Von einer Wonne, die der Wonnen höchste
Und doch nicht Liebe heißt – und träumt und träumt.


Intérieur.



Verdunkelt war Dein weites Schlafgemach,
So ganz wie damals, und ein schwerer Hauch
Von welkem Lorbeer, Veilchen und Lavendel,
Erstickend, süß-betäubend koste, ganz
Wie damals, um die wonnig müden Nerven.


Mit schwanken Schritten trat ich ein bei Dir.


Ein schlankes Wachslicht schüttet fahlen Schein
Aus bronce-geschnittnem Riesengirandol
Und spielt und huscht und tänzelt launentoll
Um deines breiten Lagers üppig-weiße
Geraffte .Schillerseide – um Dich selbst,
Die nackt und reglos ruht wie ein Gebilde
Von Künstlerhand, aus dunklem Erz getrieben.
Aus Deinem Aug’, dem weiterschloss’nen, starrt
Erstickter Hass und höhnende Verzweiflung.
Und aus zernagten, breitgewölbten Lippen
In schwarzen Perlen rieselt langsam Blut
Auf deines breiten Lagers üppig-weiße
Geraffte Schillerseide . . . . . . . . . . . . .
Eintönig hackt Dein Rosenpapagei
An seines Käfigs gelbe Messingstäbe – –
Er weiß ja nicht. – – –


Im Palmenhaus.



Es war im Palmenhaus; die feuchte Luft,
Von Blumendünsten schwer, umspielte laulich
In weichen Wellen unser beider Haupt.
In eine tiefgebauchte, kühle Gartenbank
Zurückgelehnt, so saßen wir, ganz still.
Verklungen längst war Wort und Gegenwort,
Wir waren beide müd, und reglos starrten
Wir durch der Wände spiegelklare Scheiben
Tief in des Himmels safrangelben Glanz.
Von Zeit zu Zeit, wenn abendkühl ein Windhauch
Um unsere heißen Schläfen strich, erklang
Gedämpft und mild durch weitgespreizte Fenster
Das Schluchzen der Fontainen aus dem Garten,
Und leise rauschten dann die Fächerpalmen,
Und Asiens wunderliche Riesenblumen,
Von dunkelgrünem, sattem Laub umspielt,
Sie nickten langsam, wie Pagodenhäupter,
Und schwergewürzte Glutarome rannen
In die europamüden Schwärmerseelen . . .
Das Haupt an’s Haupt gelehnt und Hand in Hand,
Mit heimwehkranker Seele träumten wir
Von einer fernen Südseeinsel Strand,
Wo reicher die Natur und farbenheißer,
Wo lilasilbern Meereswogen leuchten
In winddurchkoster, schwüler Tropennacht,
Wo still und träumerisch und sinnlich-mild.
Das Leben weiterfließt, wo keine Schranken
Des Herzens träumerisch-bizarre Wünsche
Stumpfsinnig-kühl verneinen und zerstören.
– – – – – – – – – – – – –
Wo bist du, meine ferne Südseeinsel?






Stille Stunden



Dem »Berghof«
zugeschrieben



Widmung.



Ich bin nicht einer, dem die Worte fließen,
Dem leicht das rechte von der Lippe springt,
Und meiner Lieder Nachtviolen sprießen
Nur dann empor, wenn mich die Qual bezwingt.


O grausenvolle Marter – sich enthüllen,
Aufschließen seiner Seele düst’ren Dom,
In eisig starre, todte Worte füllen
Tiefgründiger Gefühle scheuen Strom.


O lasst mich schweigen, schweigend mögt Ihr ahnen
Was mich durchwogte, flutenwild und heiß,
Als Ihr auf meines Lebens Schattenbahnen
Mit weicher Hand gestreut ein grünes Reis.


Zwiegespräch.



Was stöhnt meine Seele so schwer und so bang?
Mir träumte von meinem Untergang!«


Und ward meiner Seele nicht froh und leicht,
Da sie das Ziel aller Sehnsucht erreicht?


»Ich weinte ja nicht um meine Qual,
Und nicht um den Abschied vom Thränenthal.


Mich hat nur Erbarmen mit dem durchweht,
Was ungeboren mit mir vergeht.«


Lass’, o lass’.



Lass’, o lass’ Dein gütig mildes Fragen,
Lass’ es sein . . .
Meine Leiden,
Sie vermeiden
Deiner Augen klaren Schein,
Und ich kann sie, kann sie Dir nicht klagen,
Nein, o nein.


Bis zum Thor der Schmerzen darfst Du mich geleiten,
Doch den dunklen Leidensweg muss ich beschreiten
Ganz allein.


In Memoriam.



Ein Winterabend war’s. In schweren Flocken
Sank . . langsam . . Schnee auf Schnee. –
Verschimmert war
Der letzte Tagesschein, und trübes Licht
Der Straße glitt in’s dämm’rige Gemach.
Ich war allein . .
Wie zornig-dumpfes Meeresbrausen grollte
Der Lärm des Lebens in mein stilles Heim,
Und schrilles Pfeifen und verworrenes Rufen
Und tausend andere Töne gellten drein
Mir aber blieben diese Töne fremd
Und fern und unverstanden, wie sonst nie.
Versunken war für mich der Lebensreigen,
Der sich vor meinen Fenstern tosend schwang . . .


Vergangenes war erwacht, und Todtes lebte
Nach trostlos-stumpfen Jahren in mir auf –
Und einer Seele dacht’ ich, die gestorben
Au ihrer grenzenlosen Einsamkeit
Und ihrer Liebe . . . .


Gebet.



Trostlos-weinende Sehnsucht,
Du geleitest
Einzig meine verirrte,
Wundenblutige Seele,
Und Dein hilflos
Kindisch-thörichtes Weinen
Mehrt ihre Qualen.


Weinende Sehnsucht,
Lass’, o lass’ meine Seele
Pilgern und irren,
fallen, verderben,
Aber gönn’ ihr
Hoffnungsloses,
Selig-schweigendes Sterben.


Adagio dolente.



(Beethoven Op. 110.)



Aus meiner Seele
Wehevollen Schlünden stieg
Mit brausenden Flügelschlägen
Die Sehnsucht empor . . . .
Nun weint in mir das Leben
Und jauchzt die Qual –
Und über beiden schwebt die ,
Heimatlos und suchend – suchend – –


Und meine Seele.



Und meine Seele
Trat vor mich hin
In kothbesudeltem Purpurgewande
Und sah mich an,
Todestraurig,
Mit schwimmenden Augen . . . . .
Und klagend klangen die Worte:
Siegt die Gemeinheit?,
Siegt die Noth des Daseins?
Muss ich sterben?
Und ich nickte,
Langsam,
Wortlos-ergeben,
Dreimal.


Einsam.



Abgeschüttelt
Hab’ ich meiner Freunde Scharen,
Einsam bin ich geworden
Köstlich einsam . . .


Wie ferner Brandung
Schlitterndes Tosen verklang
Der Lärm des Lebens,
Einsam bin ich geworden,
Köstlich einsam . . .


Aus tödtlichem Schlummer
Erstand meine Seele,
Und mit leiser, leiser,
Ängstlich-wagender Stimme singt sie
Alte, süße,
Thörichte Kinderweisen!
Einsam bin ich geworden,
Köstlich einsam. –


B. R.



Und wenn ich lang’ auch ferne blieb,
Ich hab’ Dich heut’ wie vordem lieb:


Wir haben ja beide das Leben beweint,
In Tagen der bittersten Qual uns vereint.


Was aber der Schmerz zusammengeschweißt,
Im Leben nimmer und nimmer zerreißt.


Und wenn ich lang’ auch ferne blieb.
Ich hab’ Dich heut’ wie vordem lieb


Und hab’ in mancher stillen Nacht –
An Dich gedacht.


Zueignung.



In Erinnerung der alten Zeiten
Nimm dies Buch der Qualenseligkeiten;


Nimm’s von einem, der in lichten Stunden
Heiß und echt und tief für Dich empfunden.


Dem für immerdar bei Dir zu wohnen
Nicht vergönnten seiner Brust Dämonen,


Der vom Leben wild umher getrieben
Trotzdem nicht verlernte – Dich zu lieben.


Verlorene Sehnsucht.



Ich wäre gern ein schlichter Mann geworden,
Der starken Anmuth lebensfrohes Bild,
Ich wäre gern ein schlichter Mann geworden
Mit einer Seele sonnenklar und mild.


An eines stillen Stromes grünen Horden
Hätt’ ich das Leben gerne süß verträumt,
An eines stillen Stromes grünen Horden
Die wilde Lust, die wilde Qual versäumt. –


Ich wäre gern ein schlichter Mann geworden . . .


Confiteor.



Sieh’, Du musst es mir vergeben,
Wenn ich manchmal schroff und hart:
Toll und traurig war mein Leben,
Eine wüste Pilgerfahrt.


Schwer hab ich nach Haus’ gefunden,
Bitter musst’ ich irre geh’n,
Und ich kenne Stunden . . . Stunden,
Wo Gespenster auferstehen.


Dämmerung.



Leuchtend um die Stirne kosen
Junge Kosen,
Glutentfacht;
Und im Herz, dem freudelosen,
Sterbelichter ängstlich glosen
Und erlöschen sacht.
Kündet ihr den Morgen, Kosen,
Oder tiefste Nacht?


H. S.



Wenn Deiner Lieder dunkelwarme Laute
Wie Glockentöne weich ans Herz mir drangen,
Bis meiner Seele starre Hüllen sprangen
Und Thrän’ auf Thräne trotzig niederthaute,


Und wie ich dann in wonnig-süßem Bangen,
In heiliger Scheu zu athmen kaum mich traute,
Nach Deinen Lippen sehnsuchtsvoll nur schaute
In unersättlich seligem Verlangen – –


O, wer vergäße jemals dieser Tage,
Wo sich Natur und Kunst so schön verbunden,
Wo leis’ und leiser klang die tiefe Klage,


Und milder schmerzten ewig-off’ne Wunden,
Wo sich gestählt mein Herz, das lebenszage,
Für neuer Kämpfe schicksalsschwere Stunden.


Scheidestunde.



Und als die Stunde kam, die dunkle Stunde,
Wo meines Friedens Glück ein Ende nahm,
Wo jäh verdorrt vom schwülen Brand der Straße
Die lichten Rosen mir vom Scheitel glitten
Und angstvoll meiner Seele Feiersang
Verstummte . . . .
In jener dunklen, ahnungsschwülen Stunde
Stieg manche Thräne schwer und heiß empor.
Und Bitterniss und namenlose Qual
Und irre Sehnsucht und verhetzter Hass
Durchschnitten blutig meine wunde Seele . . . .
Das ist vorbei . . . der Friede kehrte wieder:
Zu stiller Fassung tiefgeheimer Kraft
Erhob sich meine königliche Seele.
Ertragen wird sie, was da kommen mag,
Weil sie versäumt, weil sie verschmäht zu handeln.
Wie weit sie trägt, wie lang sie trägt und wie,
Wer kann es sagen?
Oh meiner Lieder glutgeschwellte Scharen
für immerdar verglüh’n, ob meine Träume,
Die reichen Dichterträume, sterben müssen,
Noch eh’ das Leben brausend sie durchwogt;
Ob meine Seele selbst, die stolze Seele,
Im Straßenstaub versinkt, in Nacht erstickt,
Wer kann es sagen?
Düsterschwarz und schwer
Erscheint der Himmel, fahle Wetterschlangen
Durchleuchten zischend unheilvolle Nacht,
Der Sturm ist nah’, schon beugen sich die Bäume,
Ich aber bin bereit zum schwersten Gang.


Und ich seh’ . . .



Und ich seh’ die Stunde kommen
Heiter, ruhig, klar,
Wo im Strom der Zeit verschwommen,
Was mein Höchstes war,


Wo, von eisenharten Jochen
Rettungslos zermalmt,
Meine Seele – kerngebrochen –
Tief im Staub verqualmt,


Wo der Feuerbrand verglommen,
Den mein Herz gebar –
Und ich seh’ die Stunde kommen,
Heiter, ruhig, klar.


Noch einmal.



Noch einmal, eh’ die große Nacht
Erdrückend mich umfangt,
Hat eines Auges Sonnenpracht
Mir einen Blick geschenkt.


Es traf ein lichter Funkenstrahl
Mein Dornendiadem,
Ich möchte gern ein letztesmal
Noch beten! – doch zu wem?









Gestalten und Visionen.



Karl Baron Grotthuss
zugeschrieben.



Müde Liebe.



Wir liebten uns mit jener müden Liebe,
Die weich und zart die kranken Seelen eint,
Wir liebten uns mit jener müden Liebe,
Der jeder Kuss schon als brutal erscheint.


Die Hände kaum in leisem Druck sich fanden
Und bebten scheu vor ihrer Glut zurück;
Die Hände kaum in leisem Druck sich fanden,
Ein Blick, Ein Wort war unser letztes Glück.


Wir liebten uns mit jener müden Liebe . . . . .


Dereinst erlebt.



Der süße Moderduft verwelkter Rosen
Den hager-eleganten Leib umquoll –
Und ihre leidensgroßen Augen glosen
So schwermuthvoll . . .


Vergang’ne Jahre sind herangekrochen,
Ein stummes Weinen ihren Leib durchbebt,
Gefühle träumt sie, stark und ungebrochen,
Dereinst erlebt.


Hermance.



Durch ihren Leib, den zarten, blutlos-bleichen,
Dämonen der Verwüstung lautlos schleichen.


Aus ihrem Aug’, dem rieberhellen, blauen,
Der hastig heißen Wollust Gierden schauen.


Und ihre Hände, die so zärtlich kosen,
Sie duften süß und krank wie Tuberosen.


Und ihre Lippen, weiß und blumenkühl,
Sie küssen mir die meinen dürr und schwül.


Und scheu durch jeden Kuss die Frage bebt,
Ob ihr der nächsten Stunde Glück noch lebt.


Mir ist, als wäre sie für eine Nacht
Vom Tod erwacht.


Anna.



Dein Haar ist spröd, Dein Antlitz dunkelbraun,
Wie müde Veilchen Deine Augen blau’n;


Dein Schritt ist schwer und Deine Hand ist kalt,
Schon nennt Dich dieser oder jener alt . . . .


Was Dir im Herzen zittert, ahn’ ich kaum.
Blüht Dir ein Glück? Zerrann Dir jeder Traum?


Ich weiß ja nichts von Dir als das allein:
Was irgend Gutes noch in mir – ist Dein.


Kitty.



O Kitty, Kitty denkst Du noch der Stunden,
Da wir zum erstenmal uns ganz gefunden,


Und wie wir Hand in Hand im Lehnstuhl saßen,
Und leise plaudernd unsrer Noth vergaßen,


Und wie Dein Kinderarm mich leicht umzog,
Dein schönes Haupt sich langsam niederbog,


Und unser Athem in einanderrann, –
O Kitty, Kitty, denkst Du noch daran?


Was dann?



Wir waren beide klug und welterfahren
Und hatten viel geliebt und viel vergessen
Und alle beide scheuten wir die Liebe.
Wir wussten ja genau, o so genau,
Dass Liebe thöricht oder elend mache
Und dass der Augenblick uns sicher grüßte,
Wo wir bereuten, dass wir menschlich schwach
Den {eingepflanzten Trieben der Natur
Erlegen, dass wir uns der Leidenschaft
Der unbequem-brutalen überlassen.


Und überängstlich fast vermieden wir
Begegnung und Gespräch, ja das Geringste,
Das irgendwie im Stand gewesen wäre
Uns nah’ zu bringen, leicht nur zu verknüpfen.


Da kam ein Tag, ein unvergess’ner Tag,
Wo sie Dich fanden mit verzerrten Lippen,
Mit fahlem Antlitz, starrem Auge, nah’
Dem Tode schon, den Du berufen und
Ersehnt mit trotzig-ungestümer Lust,
Weil Du des Lebens schlammig-trübe Qual
Nicht länger tragen wolltest, tragen konntest,
Weil Deiner Seele mächtigstes Gefühl
Nach Liebe schrie, nach jener alten Liebe
Mit süßem Anfang und mit schaalem Ende,
Nach jener Liebe, die Du fliehen wolltest.
Und als Du so vor mir lagst, reglos, kühl,
Und ich des Leides langverhüllte Spur,
Den dumpfen Groll, dass Dich der Tod verschmäht,
Die Lebensangst und Lebensgier zugleich,
Und Deine ganze, stolze, qualverklärte
Medusenschönheit sah – da kam es plötzlich
Wie heißer Thauwind über mich! – Begrab’ne,
Wilddunkle Sehnsucht stieg aus ihrem Sarg,
Aufrauschte donnertosend der Gefühle
Vereister Flammenstrom und rollte brausend
In großen Wellen durch die Seele hin – –
– – – – – – – – – – – – –
Und heut’ umfang’ ich Deine warmdurchwogten,
Prunkvoll-gewölbten, bernsteinblassen Glieder
In worteloser Andacht, wonneschaudernd,
Und meine Küsse werden zum Gebet.
Besinnungslos vor Liebe senken wir
Die Augen ineinander, und ich trinke
In durstigen Zügen Deinen Athem – Du
Den meinen! – Schmerzlich fast umschnüren sich
Die trocken-heißen Hände. – Stundenlang
Kein lauter Ton, nur tiefgezog’ne Seufzer
Und saugend-schwere Flammenküsse oder
Ein halbgehauchtes Liebeswort, dann wieder
Das alte, süße, wetterschwüle Schweigen.


Ja, wir sind selig – selig – selig


Das gilt für heute, gilt für morgen noch,
Vielleicht auch länger, wochenlang vielleicht!


Doch dann, was dann, wenn der Gefühle Strom
In Nacht verronnen und verrauscht, was dann?


Toni.



Den ganzen Tag hindurch bin ich besonnen
Und weiß es so genau als irgend einer,
Dass du gestorben bist und dass man Dich
Weit draußen auf den großen, grellbesonnten,
Kasernenkahlen Friedhof eingegraben,
Weiß, dass ich selber eine braune Scholle
Und einen Veilchenkranz Dir nachgeworfen.


Zur Dämmerzeit jedoch, da werd’ ich wankend,
Und insgeheim erwacht in mir der Zweifel,
Obs wirklich wahr ist oder bloß geträumt,
Ob das nicht irgend eine Fremde war,
Zu deren Leichenzug ein blinder Zufall
An jenem Frühlingsmorgen mich geführt.
Ob ich in jener dumpfig-kühlen Kammer
Mit ihren weißgetünchten, nackten Wänden
Nicht eine müdgespielte Schläferin nur
Geküsst und keine Todte.
Sah sie doch.
So gar nicht todt aus! Nein, so rosig frisch,
So ganz wie alle Tage, gar nicht schrecklich.
Und sehnsuchtsvoll durchirrt mein Aug’ die Straßen
Und hält an jeder Ecke wartend still,
Ob nicht die zarte, reizende Figur
Mit ihrem lieben Amorettenkopf
Und ihren Zöpfen, schwer und dunkelbraun,
Auf einmal aus dem Menschentrubel auftaucht
Und mir entgegenruft, erregt und lachend,
Um staunende Passanten unbekümmert,
Da bin ich schon, mein lieber Bub’. Grüß’ Gott!
– – – – – – – – – – – – –
Das ist am Abend, aber ach! am Tag’
Da träum’ ich nicht, da weiß ich alles, alles . . . .


Ein Abschied.



Der Scheidestunde thränendumpfe Schwermuth,
Die noch ein letztes Mal in endlos-langen,
Wildheißen Küssen und in Händedrücken,
Die wortlos-bebend alles sagen, schwelgt, –
Der ganze melancholisch-süße Reiz,
Der solche Stunden schmückt, er blieb Dir fremd,
Ganz fremd. Nicht einmal eine Ahnung schien
Dich heimzusuchen, um Dir einzuraunen,
Dass man in solchen Stunden manchesmal
Ein wenig traurig ist und thränenlustig.
Nein, – unter anmuthfröhlichem Geplauder
Erharrtest Du den Zug, der Dich von dannen,
Nach Deiner meerumspannten Heimat führe,
Zum heißersehnten, sonnenrothen Süden.
Graziös und spöttisch elegant entflog
In rascher Folge Deinem üppigen Mund
Manch’ feingeschliffen, witzgetränktes Wort . .
Da – plötzlich – löstest Du mit rascher Hand
Aus Deinem Brustbouquet zwei Tuberosen
Und gabst sie mir. Auf Deinem warmgetönten
Goldbraunen Antlitz lag ein feines Lächeln,
Und Deine hochgeschnittenen Nüstern bebten
In leichtem Hohn : »Die beiden Rosen gibst Du
Der ersten, die nach mir Dich wieder küsst,
Als Liebeszeichen, ja? Doch eile Dich,
Verwelkte Rosen kann man nicht verschenken.
Und diese blutgefärbte Nelke – hier –
Aus Deinem Knopfloch – fährt mit mir nach Süden,
Und will’s der Himmel, kann ich sie noch duftend
In eines lieben Freundes Hände legen.
Und wenn wir dann, im Meeressand vergraben,
Umzittert von des Mondes blassem Gold,
In halben Worten, halben Tönen plaudern,
Dazwischen wieder auf die Plätscherlaute
Der funkenübersäten Wogenkämme
Und auf der Winde leises Zischen hören,
Dann will ich ihm vom nordischen Exil
Und auch von Dir, mein stummer Freund, berichten,
Dann sagt ich ihm, dass Du ihn grüßen lässt,
Wenn auch ganz unbekannter Weise, sag’ ihm
Noch manches andere höchstwahrscheinlich, was mir
In jenem Augenblick gerade einfällt,
Und was ihm Freude macht, wenn ers vernimmt.
Und was ich Gutes kann von Dir berichten
Und Liebes auch von Dir, das soll er wissen.
Und fragt er mich, warum ich fortgelaufen
Von einem Menschen, der so nett gewesen,
Der mich beinah’ geliebt und angebetet,
So sag’ ich ihm – . . ich weiß es selbst nicht recht:
Ich hab’ ihn gern gehabt, ich kann’s nicht läugnen,
Doch schließlich hat man Heimweh’, Langeweile,
Man lechzt nach neuen, niegeschauten Dingen,
Man träumt von alten, schwervermissten wieder.
Und dann – die Deutschen sind so ernst und nüchtern,
So gründlich und pedantisch! Lachend küssen
Und lachend selig sein und lachend lieben,
Das war’ ein Deutscher nicht, der das vermöchte.
Ich aber brauche Licht und Luft und Glanz,
Und wechselvolles, farbenheißes Leben,
Und ich will lachen, singen, jauchzen, tanzen
Und übermüthig sein; – ich hab’ ja Blut,
Hellrothes, heißes, tolles Blut im Leibe,
Und lieben will ich, wie’s mein Herz befiehlt!«


Ein harter Glockenanschlag, Hornsignale,
Ein schriller Pfiff, – von Deinen Lippen bricht
Der wilde Freudenschrei: »Nach Süden geht es!«
Und Dein Addio stirbt im Wagenrollen.


Eine Dichterkrönung

.

Einer bin ich, bin’s in zwei Gestalten.
Doch die Menschen, an den Schein gebunden.
Heißen heut’ Genie mich, morgen Wahnsinn.
Heißen Brüder uns getrennte Wesen;
Was nur eines Wesens Doppelformen.
Selig der, zu dem ich unberufen,
Von der Mutter nur gesendet, trete,
Aber weh’ dem, der mich zwingt zu kommen.


Ein gewölbtes, winkelreiches Zimmer,
Krause .Möbel von verblich’ner Pracht,
Todtenstille; – gelber Lampenschimmer
Um ein Schreibpult, weiterhin die Nacht.
Halbgeschloss’nen Auges, schlummertrunken,
Tief im Lehnstuhl, überschlank und bleich
Ruht ein Jüngling, in sich selbst versunken,
Ohne Regung, einem Todten gleich.
Plötzlich aber fährt er aus den Kissen,
Wie berührt von Geisterhand, empor,
Dumpfgebroch’nen Lautes, qualzerrissen,
Rollt und grollt es jäh aus ihm hervor:
»Schwach und hilflos, aller Welt zum Hohne?
Alte Puppen im erneuten Kleid?
Nur ein lendenlahmer Epigone ?!
Das mein Schicksal?! Nein! noch ist es Zeit!
Sei’s durch Gift und Kunst auch, ich will denken,
Will unsterblich und ein Dichter sein!«
Zitternd zuckt die Faust nach trüben Tränken,
Gierig saugen sie die Lippen ein ;
Fieberhaft beginnt das Blut zu kreisen,
Dunkler seine Wange glänzt und glüht,
Seinem Mund entquellen wilde Weisen,
Sein entflammtes Auge blitzt und sprüht.
Raubthierwüthig jagt er durch das Zimmer,
Von den Schläfen tropft’s ihm heiß und kalt,
Jubel wechselt mit der Qual Gewimmer,
Und er donnert, säuselt, kreischt und lallt.
Da – auf einmal steht er traumverloren,
Nur sein Fieberauge starrt und starrt:
Ist’s ein Mensch, gleich ihm in Fleisch geboren,
Ist’s ein Trugbild, das die Sinne narrt? –
Majestätisch schreitet ihm entgegen
Eines Mannes mächtige Gestalt;
Um das marmorbleiche Antlitz legen
Sich die Locken schwer und dichtgeballt,
Von den Schultern quellen reichgeraffte,
Königliche Falten, goldverbrämt,
Und das Haupt, das schöne, grausenhafte,
Räthselvolle, ist bediademt.
Seltsam-starre, dunkle Blicke senken
Sich vom Gaste zu dem Dichter her,
Sie verlöschten Dichten ihm und Denken
Löschen, löschen alles los und leer.
Schauernd vor dem Gast im Scharlachkleide
Mit dem düster-schönen Angesicht,
Mit dem kronengleichen Hauptgeschmeide,
Schauernd – der Poet zusammenbricht.
Da, wie sich im Fall die Augen wenden
Wie sein Blick mit eins zu Boden rollt,
Sieht er plötzlich in des Gastes Händen
Einen Kranz von dunkelrothem Gold.
Jubel wird und Lust sein banges Stöhnen
Siegestrunken, stolz sein Aug’ erglimmt!
>Ach, Du kamst als Dichter mich zu krönen,
Mir zum Preis ist dieser Kranz bestimmt!
Lass Dein hämisch-zages Zaudern enden;
Das der höchsten Wonne mich beraubt,
Her den Kranz! Ich selbst will ihn vollenden
Meinen Sieg« – und er umzinkt sein Haupt. –
Klagend aber stürzt er, schreiend nieder,
Denn die Krone glüht auf seiner Stirn,
Zuckend wälzen sich die schlanken Glieder.
Und er stöhnt: »Mein Hirn, mein armes Hirn!«
Will vom Haupte sich die Krone reißen,
Immer tiefer frisst sie sich hinein.
Roth und röther ihre Zacken gleißen,
Schauerlich umloht ihn Purpurschein.
Im verglasten Aug’ ein letztes Schimmern,
Halberstickt von rettungsloser Nacht,
Schaumbedeckt die blauen Lippen wimmern:
»Diese Krone, wer hat sie gebracht?
Mann, wer bist Du, wer hat Dich gesendet?
Nein, zuerst die Krone mir vom Haupt,
Dass die Qual, die Todesqual doch endet,
Die den Schädel mir zu Scherben schraubt.
Soll ich vor Dir winseln?, soll ich beten? –
Sag’, was Deinen Qualenhunger stillt!
Willst Du meine Seele ganz zertreten?
Nicht den Blick, aus dem der Wahnwitz quillt,
Weg mit Dir! Wer trug nach Dir Verlangen?,
Dein Geschenk ist Untergang und Graus!
Deinen Bruder glaubt ich zu empfangen,
Warum tratest Du zu mir in’s Haus?«
Und, mit hochgespreizten Geierkrallen,
Springt er brüllend auf den dunklen Gast,
Taumelt rückwärts mit verthiertem Lallen,
Stürzt zu Boden, von der Wuth erfasst;
In den Kleidern wühlt er mit den Nägeln,
Bis er sich auf Fleisch und Knochen gräbt,
Seine Fäuste schleudert er gleich Schlägeln
Sich in’s Antlitz, bis es Blut verklebt.
Nimmer ahnt er, dass er je gesungen,
Nimmer ahnt er, dass er je gedacht,
All sein Wollen hat mit eins verschlungen
Rettungslos, für immerdar die Nacht.


Die Willis.



Aus schwarzblauer Wolken Geschiebe
Der Funkelstern der Liebe
Glutäugig zu lodern beginnt,
Zerfetzte Nebelstreifen
Grausilbern schwimmen und schweifen
Und schaukeln im Abendwind;
Aus müdgebeugten Weiden
Eintönig rauscht und singt
Ein Wasser durch die Haiden,
Von nickenden Gräsern umringt;
In Lüften, rosig-feuchten,
Kastaniendüfte zieh’n,
Johanniswürmer leuchten,
Nachtvögel huschen und flieh’n.


Und reich und immer reicher
Entflammt der Sterne Pracht,
Und weich und immer weicher
Und schwüler athmet die Nacht.
Die Wolken sind versunken
Am fernen Horizont;
Flüssigen Silbers tranken,
Weißglühend naht der Mond . . .


Die jugendfrischen Mienen
Vom Lichte weich umschienen,
Ein Knab’ die Straße zog,
Wie rothe Haideblüthen
Die Wangen ihm erglühten,
Ein Lied vom Mund ihm flog.
Hinaus in die strahlenden, hellen
Gefilde, selig und frei,
Wie Lerchengeschmetter schwellen
Die Töne und verquellen
In einen Jubelschrei.
Im Überschwang der Gefühle
In’s Haidekraut er springt,
Und Gräser, thauig-kühle,
Sein bebender Arm umschlingt.
Er küsst die schimmernden Kronen
Am Hoden, leben-geschwellt:


»Möcht’ immer auf dir wohnen,
Du liebe, süße Welt.
O Gott, wie ist das Leben
So schön, so wunderschön,
Möcht’ wie der Vogel schweben
Leicht über Thal und Höh’n!
Dann war’ die Welt mein eigen,
Die ganze reiche Welt,
Dann wollt’ ich niedersteigen,
Wo’s eben mir gefällt;
Und jauchzend wollt ich umwinden
Und küssen ein liebliches Kind.
O sagt mir wo eines zu linden,
O sagt es geschwind.« . . .


Da schauert leise, leise
In’s Ohr ihm eine Weise,
So traurig, sehnsuchtsvoll,
Und schmeichelnde Stimmen erwidern
Mit heiß-durchhauchten Liedern –
Und wildes Schluchzen schwoll.


»Das sind der Willis’ Schaaren! –
Jetzt soll mich Gott bewahren.«
Und nah und immer näher
Ein blasser Reigen schwebt,
Und weh’ und immer weher
Ein klagendes Singen bebt:


»Wir sind verstorbene Bräute.
Hochzeitliches Geläute
Umklang uns nie, ach nie!
Uns grüßte statt jauchzender Reigen
Nur weinender Todesgeigen
Grabdunkle Melodie;
Wir haben heiß empfunden,
Doch nie dem Geliebten verbunden,
Hat jede nur Liebe geträumt,
Uns gläubig hinzugeben
Auf Sterben und auf Leben –
Wir habens verschmäht und versäumt.
Nun sind wir schlafen ’gangen,
Doch loderndes Verlangen
Aus Grab und Gruft uns hebt,
Nach Küssen, selig bangen,
Nach zärtlichem Umfangen
Die Seele stöhnt und bebt.
O Du sollst selig werden,
Wie keiner noch auf Erden.
O komm’ in unsern Kreis,
Wir wollen Dich umschließen,
Und jauchzen und genießen –
Und küssen – schwer und heiß.«


Die Willis, blass vor Sehnen,
Sich ihm entgegen dehnen,
Die dunklen Feueraugen
In seine sich senken und saugen
So zärtlich, süß und wild,
Der Lippen Purpurrosen
Die seinen weich umkosen,
Ihr Hauch ihn warm umquillt –
Da schnürt auch ihm die Kehle
Fiebernder Sehnsucht Faust –
Und zischend durch die Seele
Ein Glutstrom sengt und braust.
Die Glieder, die wonnedurchgrauten,
Von trunk’ner Begierde gewiegt,
Mit stammelnden Liebeslauten
Den Willis entgegen er fliegt.


Und in zitterndem Verlangen
Schmiegt er seine heißen Wangen
Einer Willa zärtlich an.
Ihre feinen, weichen Hände
Fassen ihn um’s Haupt,
Küsse, Küsse ohne Ende,
Bis er zu ersticken glaubt.


Seliges Jauchzen der Willis erklingt,
Weiter der Reigen schwingt.
Aus dem Arm der Feinen, Kleinen
Reißt mit zornig-wildem Weinen
Ihn ein düster-schönes Weib.
Hoch auf wogt der üppig-volle,
Leidenschaftlich-zärtlich-tolle,
Lustversengte, blasse Leib –
Und schon hat zu wilden Wonnen
Stürmisch ihn das Weib umsponnen.
Ächzen von Brust zu Brust,
Lallende Laute der Lust,
Jäh dann ein wüthender Schrei:
»Wer wagt sich herbei!
Mein ist er, mein,
Ganz allein!«


Höhnisches Kichern der Willis erklingt,
Weiter der Reigen schwingt.


Schimmernde Leiber umfliegen
Enger und enger den Mann;
Glühende Glieder schmiegen
Keuchend sich an,
Zitternde, lebenswarme,
Schlangengeschmeidige Arme
Schnüren und pressen ihn ein,
Seligstes Genießen –
Wonnewirbel schießen
Heiß durch Mark und Bein.


Schwellende Jubelweisen;
Wilder und wilder sie kreisen.


Mit weißem Schaum umflogen
Die Lippen scharlachroth,
Die Willis ihn umwogen,
Geschüttelt und gebogen,
Von liebestoller Noth.
Die wollustfeuchten, dunkeln
Nachtaugen blitzen, funkeln,
Sie lodern, sprüh’n und glüh’n,
Wie Sterne – roth und grün.


Toller und toller der Reigen schwingt,
Zähneknirschen der Willis erklingt,
Heisere Gurgeltöne,
Raubthiergestöhne,
Krachen und Klingen von reißendem Fleisch,
Wehegekreisch,
Gellende Laute der Raserei,
Und inmitten,
Qualenzerschnitten! –
Ein Sterbeschrei . . .


Durch müdgebeugte Weiden
Das fahle Frühlicht rann,
Da lag auf rother Haiden
Herzblutig, im Verscheiden,

Ein todtgeliebter Mann . . .


Fernab der Reigen der Willis schwingt,
Fernab tosendes Jauchzen verklingt.


Abbadon triumphans.



Aus türkisblauer Wasser Wirbel steigt
Ein nacktes Felseneiland schroff empor. –


Um seiner Wände dunkelstolze Wehr
Der Meereswellen wildbewegter Reigen
In ewig ruhelosen Tänzen tobt.
Kein Menschenfuß trat jemals dieses Eiland
Und nie vernahm es eines Menschen Schrei.
Der heilige Albatros nur rastet dort
Nach weiten Flügen und der wilden Schwäne
Der wanderfrohen, wilden Schwäne Schaar.
Dort aber, wo der Klippen Zackenkrone
In jähem Sturz an’s Meer herniederbricht,
Dort auf des Eilands sturmgeliebter Höhe
Erschließt sich eine Grotte kühl und weit . . .
Basaltkrystalle, riesengroße, steigen
Wie Bündelpfeiler dunkelschwer empor
Als trügen sie der Decke stolze Wölbung.
In lichtlos-grauser Tiefe tanzt die Flut
Und stürzt sich tosend durch die Felsenkammern
Und heult empor in zügelloser Wut.
Und graue Dämmerung lastet in der Grotte
Und blauer Schatten bis zur Abendzeit.
Doch wenn die Sonne tief im Westen steht,
Dann trifft ihr letzter Blick der Grotte Raum.
Und weich und zärtlich schweift ihr Strahlenauge
Um eines Lagers stolz erhöhten Bau.
Dort aber schlummert, bleich und wundenblutig
Ein Jüngling-Mann. Zurückgesunken ruht
Das edle Haupt, das welk ein Lorbeerzweig
Und ein zersprung’ner Kronenreif umschlingt.
Und halb im Traum die bleiche Lippe murmelt:
»Der Sieger bin ich, der die Nacht bezwang,
Der Morgen naht für alle Erdensöhne,
Der große Morgen und das große Glück,
Nun kam die Zeit.« .
Er aber, der das Königslager hütet,
Der Engel mit den hohnverzückten Augen,
Der Engel der Vernichtung, Abbadon,
Er lächelt, lächelt . . .


Astaroth.



Wie flüssiges Silber
Bricht es hervor
Aus eisengrauen Wolken,
Weiße Dämpfe schlagen auf,
Es duftet wie Blut
Und es duftet wie Weihrauch –


Astaroth naht.


Elfenbeinfarben
Erschillern die Glieder
Aus bauschenden Floren,
Zackensterne,
Riesengroße,
Leuchten grünlich
Aus wehendem Haar . . . .


Düsterrasende Liebe,
Grollende Qual
Glüh’n ihre Blicke.
Wie zürnender Tuba Schrei
Klingt es zu mir:
Niedersteigen willst Du
Zu friedlichen Thälern,
Hausen willst Du
Wo andere hausen,
Einer willst Du werden,
Einer von vielen.


Nimmer willst Du
Weltgeschieden,
Nachtfürstlich und einsam thronen,
Von der Menschheit
Qualendämonen
Dienend umwoben,
Höllenseligkeiten
Ausgenießend – –
Feig bist Du geworden,
Feig und klein.


Deine Krone gib’ der Nacht zum Raube,
Felsen splitterte an Dich mein Glaube,
Und nun lächelt meine Seele Hohn,
Wenn ich denke, dass ich Dich erkoren,
Dir erhöht den Thron!
Kehr’ zurück zum Staub, der Dich geboren.
Menschensohn.


Tubal und Lilith

(Fragment)



Tubal:



Wie aufgescheuchte Rabenschwärme kreisen
Gedanken mir durch’s schwüle Hirn, Gedanken
So dunkelschwer, so räthselhaft und süß,
Wie sie noch niemals, niemals mir gekeimt;
Vor meinen Augen wirbeln Feuergarben,
Gestalten wogen meinen Blicken auf,
Unirdisch, grauenhaft und doch verlockend,
Und meine Nerven streichelt seltsam-süß
Ein Duft von Weihrauch und verdampftem Blut,
Und eine Sehnsucht rieselt durch die Seele,
Die mich nach dunklen Zielen stürmisch jagt.
Verworrne Träume, die der Knabe träumte,
Sie steigen sonnenglitzernd mir empor
Und werden sinnvoll und lebendig-klar.
Und zwischendurch wie Meereswellen singt
Und schreit die Sehnsucht zügellose Lieder...
Nach Qualen dürstet die entflammte Seele,
Nach Qualen, die kein Mensch bis heute trug,
Nach Qualen, die kein Mensch in Worte zwang,
Nach jenen höchsten, letzten, tiefsten Qualen,
Aus deren Schoß das wilde Glück entsprungen
Und jene grausenvollen Seligkeiten,
Die nur die Geisterschaar des Abgrunds kennt,
Und die der Staubentstieg’ne schauernd flieht.
– – – – – – – – – – – – –
Was Menschen fühlen und empfinden können,
Ich hab’s empfunden und gefühlt zur Neige.
Zur letzten Grenze bin ich fortgeschritten,
Durchmessen hab’ ich ruhelos das Reich –,
In dem sich Lust und Qual die Herrschaft theilen,
Und müde ward ich menschlicher Gefühle.
Der reiche Reigen, den das Leben bietet,
Er ward mir leichenfahl und leichenekel,
Und meine Seele weint nach neuen Zielen.
– – – – – – – – – – – – –
Ein grünes Licht vor meinen Augen zittert,
Um meine Seele schwirren Seufzerchöre,
Aus dunklen Schleiern stiert ein fahles Haupt,
Und dort ein zweites .... qual versteinte Züge
Und blutbetropfte Lippen tauchen auf,
Ein drittes Antlitz dort mit irrem Lächeln,
So naht Ihr Geister, die die Sehnsucht rief.


Chor der Dämonen.



Dem glühenden Vertrauen
Sei der Gewährung Heil;
Dein Auge soll uns schauen,
Doch ahnend nur, denn Grauen,
Vernichtung war’ Dein Theil;


Wenn uns Dein Blick erspähte,
Wie eine nur uns schaut,
Sie, die Dich oft umwehte,
Der stammelnd im Gebete
Dein Herz sich anvertraut.


Der Menschensohn, dem Lüge
Nur Kraft zum Leben lieh’,
Der Menschensohn ertrüge
Die unverhüllten Züge
Der Qualdämonen nie.


Dämonenreigen:

Verzweiflung.



Mein fahler Fittig im Kreis Dich umzog,
Mein würgender Finger den Nacken Dir bog,


Es lähmte die Lungen mein pressender Arm,
Ich blies Dir in’s Herz den verzehrenden Harm;


Ich habe Deine Seele gepeitscht und zerfleischt,
Bis dass sie vor Qualen zum Himmel gekreischt.


Ich höhle die Wangen, ich bleiche das Haar,
In Nacht und Verzweiflung mich Lilith gebar.




Wahnsinn.



Mein Scharlachfittig erbrauste –
Und – brennend ein Wüstensturm schnaubt –
Und rauchend ein Feuerstrom sauste
Das Blut Dir zum fiebernden Haupt.


Und wenn Deine Hände sich ballten,
Dein Körper sich stöhnend gedreht,
Wenn Flüche die Lippen jetzt lallten,
Und jetzt ein Erlösungsgebet –


Und wenn Du mit knirschenden Klagen,
Aufweinend – an Boden und Wand
Den ruchlosen Schädel geschlagen,
Ein Athmen des Glücks ich empfand.


Selbstmord.



Mein dunkler Fittig, feierlich und schwer,
Warf seine Schatten über Dich schon her,


Wenn Dich Dein wüstes Leben angegraut,
Hab ich in’s Auge drängend Dir geschaut.


Ich jagte Dich der schroffsten Klippe zu
Und mahnte Dir in's Ohr, dort winkt die Kuh«,


Die Waffe drückt' ich in die scheue Hand,
Die Todessehnsucht schürt' ich Dir zum Brand,


Und manche lange, qualenschwüle Nacht
Hab’ Hand in Hand mit Dir ich zugebracht.


Chor der Dämonen.



Der Menschensohn, dem Lüge
Nur Kraft zum Leben lieh',
Der Menschensohn ertrüge
Die unverhüllten Züge
Der Qualdämonen nie.


Tubal:



Und wenn der Hölle Schrecknis hüllenlos
Und grausig-klar vor meinem Blick erstünde.
Wenn Abbadona oder Lilith selbst
In dunkler Pracht vor meinen Blicken schwebten,
Mit keiner Faser scheut' ich je zurück.
Die Menschenfurcht hab' ich zurückgelassen,
Seit ich vergessen, dass auch mich dereinst
Ein schwaches Weib als Menschensohn geboren.



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