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17. März 2008

Frieda Port – Stimmen der Nacht.     Zur Biographie


aus: Frieda Port, Gedichte, Verlag von Wilhelm Hertz, Berlin, 1888, S. 86



Stimmen der Nacht.

Milde Sternenblicke, die mich trafen,
Baten mich, jetzt noch nicht einzuschlafen,
Und des Mondes edler Silberschimmer
Machte doppelt traut mein stilles Zimmer.
Aus dem Fenster sah ich schmerzbeklommen,
Da ist Frieden über mich gekommen.
Hohe Bäume warfen auf den glatten
Rasenteppich ihre düstern Schatten;
Doch der Himmel war so weit, so tröstlich,
Doch die Erde schien so rein, so köstlich.
Was sie sprachen, soll mein Herz bewahren:
»Unterliege nicht dem Wandelbaren!«





20080317_Frieda Port - Stimmen der Nacht.