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21. Oktober 2008

Dilia Helena – Des Mädchens Wunsch und Geständniß.     Zur Biographie


aus: Lieder von Dilia Helena, Mit einem Vorworte von Ludwig Tieck, Berlin in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1848, S. 61 f.


Des Mädchens Wunsch und Geständniß.

O nimm mich an als deine Magd,
Und dulde mich in deiner Nähe:
Dir dien' ich, wenn der Morgen tagt,
Bis ich den  Abendstern ersehe.


Ich sorge deine Häuslicheit,
Und deinen Wunsch und deinen Willen
Eil' ich, eh' ihn ein Wort gebeut,
So still, so freudig zu erfüllen.


Und kehrst du als des Tages Held
Von deines Wirkens heilgen Wegen
Dann heim aus dem Geräusch der Welt,
Wie freudig trät ich dir entgegen!


Dich grüssend küßt'  ich deine Hand,
Den Boden, den dein Fuß betreten;
Nicht sagt' ich was mein Herz empfand –
Du hörtest nur mein stilles Beten.


Spricht nur dein Aug' ein freundlich Wort,
Winkt mir dein Gruß nur einmal täglich,
Dann schleich in's Kammerchen ich fort,
Veredelt und beglückt unsäglich.


Die Liebe die mich zu dir zieht,
Du kannst sie nimmermehr ergründen,
Die Treue die der Brust erglüht
So heiß mir niemals nachempfinden.


Ich ford're, ich ersehne nur
Zu meinem Glück und meinem Frieden,
Zu folgen deines Daseins Spur,
Fern von der nächt'gen Welt geschieden.


Wohl gabst du mir, o theurer Mann,
Mit dir die höchste Königshabe,
Indeß ich dir nichts bieten kann
Als meine Lieb' und Liedergabe.





20081021_Dilia Helena - Des Mädchens Wunsch und Geständniß.

20081021_Dilia Helena - Des Mädchens Wunsch und Geständniß.