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26. Oktober 2008

Rachele Botti-Binda – Ferien.     Zur Biographie


aus: Deutsche Dichtung, Herausgegeben von Karl Emil Franzos, 21. Band, Oktober 1896 bis März 1897, Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Berlin, 1897, S. 66


Ferien.

Übertragen von Paul Heyse.

Von Frieden hier und Anmut nur umgeben,
Da nicht hieher der Lärm des Lebens dringt,
Der Tag nicht hastig sich vorüberschwingt
Kann ich in fruchtbar stiller Muße leben.


Kein muntres Lüftchen auch will sich erheben,
Kein frisches Rauschen aus dem Wipfel klingt
Der düstren Fichte. Nur ein Bauer singt
Und durch die Wiesen fern die Töne schweben.


Doch ich auf einer Garbe sitzend, gern
betracht' ich dann die winzigen Insekten,
Die stumm geschäftigen. Und meiner hellen


Jugend gedenk' ich dann, die ach, so fern,
und schwelg' in muntern Bildern, die mir weckten
Ameisen, Schmetterlinge und Libellen.





20081026_Rachele Botti-Binda - Ferien.