ngiyaw-eBooks Home          

22. November 2008

Paul Heller – O weißt du einen Schoß.     Zur Biographie


aus: Die Botschaft, Neue Gedichte aus Österreich, Gesammelt und eingeleitet von E. A. Rheinhardt, Verlag Ed. Strache, Wien, Prag, Leipzig, 1920, S. 128 f.


O weißt du einen Schoß.

O weißt du einen Schoß, o weißt du eine Hand!?
Lisch aus im Herzen, o Sünde,
O birg mein Haupt,
O streife den Staub
Aus meinem verwitterten Haar!


Oder bluten diese heißen Schwielen
Für ein Spiel, das Götter mit uns spielen?


Noch halt aus und schlepp dich deine Weise!
Die ich ewig unaufhaltsam kreise;
Eines ist nur edel, eins an mir ist schön:
Nicht verzweifeln, aber untergehn.


Noch im Taumel fort und ohne Zagen
Bring dein Opfer dargetragen,
Schau nicht hin, ob es ein Blitz verzehrt.
Spenden, spenden, das ist lebenswert.


Daß im Acheron die grauen Klagen
Benedeiend auseinanderfetzen
Und den Toten graue, mit den Sagen
Die Lebendigkeit der Taten zu verletzen.





20081122_Paul Heller - O weißt du einen Schoß.

20081122_Paul Heller - O weißt du einen Schoß.