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31. Januar 2009

Eduard Grisebach – Feil hat sie Rettich und Rapunzeln.     Zur Biographie


aus:Die zehnte Muse, Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl, herausgegeben von Maximilian Bern, Verlag Otto Eisner, Berlin, 12. Tsd. 1904, S. 94.


20090131_Albrecht Dürer - Altes Weib

Albrecht Dürer – Altes Weib


Feil hat sie Rettich und Rapunzeln,
Das alte Weib, ich seh' ihr zu,
Ich sehe unter ihren Runzeln
Die Schönheit – sie war schön wie du.


Die Alte bläst ins Kohlenbecken,
Es sprüh'n die Funken, und sie lacht:
Die kleinen Flammengeister wecken
Erinn'rung mancher Liebesnacht.


Sie seufzt, ihr rotes Aug' wird trüber,
Es zittern ihre alten Knie' –
O Klara, gehn wir rasch vorüber,
Sonst denk' ich: du wirst einst wie sie.





20090131_Eduard Grisebach - Feil hat sie Rettich und Rapunzeln.