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12. Juni 2009

Walter Rheiner – Liebesdämmerung     Zur Biographie


aus: Walter Rheiner, Das schmerzliche Meer, Frühe und neue Gedichte, Dresdner Verlag von 1917, Dresden, 1918, S. 83.


20090612_Gustave Courbet - Woman with a Parrot

Gustave Courbet – Woman with a Parrot


Im Westen flackert gelber Raubtier-Mond.
Es blüht der Stirne weiter Berges-Garten.
Auf Frührot-Wolken (Wäldern licht-umloht)
entsegelt Tag dem Ost in seligen Barken.


Wie werden neu wir diese Nacht erforschen,
die hängt mit Sternen schwer uns noch im Haar?
An dieses Morgens Küste, hell zerborsten,
wir stranden wirr und wissen keinen Pfad!


Doch deine Hand sei kleine Sonnen-Flagge:
Traum-Burg das Haar. Bald finde ich den Weg.
... Ich schmiegte mich, ein Kind, um deinen Nacken:
wohin ist er (o süßer Platz!) verweht?


Ich weiß dich nicht. Fontäne kleiner Vögel
wölbt, Singe-Brücke, sich um armes Haupt.
... Wir müssen fremd die Arme um uns legen ...:
Finden wir uns, wenn Nacht neu sich belaubt?





20090612_Walter Rheiner - Liebesdämmerung