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12. Juli 2009

Eugenie Hirschberg-Pucher – Schlummerlied     Zur Biographie


aus: Baltische Monatsschrift, Herausgegeben von Friedrich Bienemann, 47. Jahrgang, LX. Band, Verlag der Baltischen Monatschrift, Riga, 1905, S. 234.


20090712_Kasimir Malevich - Bathers

Kasimir Malevich – Bathers


Du und ich, im Wald wir zwei; und kein Laut zu hören.
Sommerlichter huschen scheu um den Stamm der Föhren.
Was dein Herz an Schmerzen faßt, leg in meine Hände,
Dir das Glück und mir die Last – meiner Kraft kein Ende.
Leg dein Haupt mir in den Schloß, leise will ich's wiegen,
Meine Sehnsucht riesengroß wird dein Leid besiegen.
Und ich sing ein Schlummerlied in das große Schweigen
Von der schönen Königin, die dir wird zu eigen.
Heiß ihr Sinn, ihr Haar wie Gold unter goldner Krone,
Warte, bis ihr roter Mund süß dein Sehnen lohne. ...


Träumend nickt das Farnkraut zu, schwülen Sommers trunken,
Träumend streichle ich dein Haupt, das in Schlaf gesunken.
Was dein Herz an Schmerzen faßt, will ich für dich tragen –
Was mein Herz an Schmerzen faßt, werd ich dir nicht sagen.





20090712_Eugenie Hirschberg-Pucher - Schlummerlied