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Friederike Brun – Ein Scherflein für Hellas

aus: Friederike Brun, geb. Münter, Wahrheit aus Morgenträumen und Idas ästhetische Entwickelung, Heinrich Remigius Sauerländer, Aarau, 1824, S. 271 ff.


20090716_verm. Apelles - Aphrodite Anadyomene

verm. Apelles – Aphrodite Anadyomene


Ein Scherflein für Hellas

niedergelegt auf den

Altar der Menschlichkeit,

und

den Freunden derselben

Karl Victor von Bonstetten;

Friedrich von Matthisson

und

Johann Gaudenz von Salis

zugeeignet.




Lieder für Hellas

Erste Trias

I.

Chorgesang der Freunde Hella's

O Hellas, Hellas im blut'gen Kampf
Wie bist du schön!
In dem kühnen Pyrrhichischen Waffentanz
Furchtbar zu sehn!

O Hellas, Hellas in Todesnoth
Rührend und schön!
Dir helfen nicht Christen, so helfe dir Gott
Es zu überstehn!

Hoch schwinge das heilige Kreuz empor
Aus Blut und Mord!
Dir winkt der Heroen unsterblicher Chor,
Gott ist dein Hort!

Ihr Töchter der heiligen Meeresfluth
Schließet den Kranz!
Beginnet mit kühnem, unsterblichem Muth'
Salamis Tanz!

Du Hydra tauch' in der Wunde Mund
Dürstenden Pfeil!
Tief treff' es des Wütherichs Herzensgrund,
Trunken voll Eil!

Maria* entreiße der Heidin den Speer,
Den furchtbaren Schild,
Schwebe hoch über Meer und Land daher
Jungfrau so mild!

Sende Todesangst dem Barbaren herab
Aus dem Schreckensschild!
Werde Insel und Meer und Land sein Grab
Schauerumhüllt!

* Panagia, der Pallas Lanze und Aegis. Unter dem ersten Namen wird die heilige Jungfrau jetzt, unter jenem ward die schreckenverbreitende Aegisträgerin sonst vom ganzen Griechenlande als Schützerin verehrt.

II.

Siegesreihn der Griechen.

Wir tanzen Pyrrhichischen Todesreihn
Leicht unter gekreuzter Schwerter Schein;
Wir sterben für dich, o Vaterland!
Den Blick auf die heiligen Höh'n gewandt,
Wo die Palme sprießt.

Die Greis' im gerötheten Silberhaar,
Getödteter Frau'n und Kindlein Schaar,
Sie winken zum Kampf, sie winken zum Sieg;
Wer ist, dem das Herz in dem Busen schwieg,
Wo die Palme sprießt?

Von Menschen verlassen, beschirmt von Gott,
Nicht läßt er uns werden Feindes Spott,
Uns leuchtet die Jungfrau im Kampf voran,
Die Friedensfürstin bricht uns die Bahn,
Wo die Palme sprießt?

Tief stürzet des Halbmonds blutiges Horn
Geröthet aus unsers Lebens Born:
Wir sterben für Hellas, sterben fürs Recht,
Nicht mehr des Barbaren, des Türken Knecht
Soll der Grieche seyn!

Schnell wog' ihn hinüber, o Hellespont!
Das hat Helleneneintracht gekonnt!
Nun nimm' ihn, entnervtes Asien auf!
Europa! Du staune dem Siegeslauf,
Dem die Palm' entblüht!

III.

Germanien und Hellas

O mein Germanien! fließt dir nicht die Thräne
Die männlich schönen Wang' herab?
Sieh' unsrer Hellas tapfre, junge Söhne
Verschlingt unzeitig finstres Grab.

Die liebend du im Mutterschooß erzogen
Zu deutlicher, edler Wissenschaft,
Verschlang des Aufstands ungewisses Wogen,
Und Hella's Blüth' ist hingerafft.

Ist hingerafft, weil bei Barbaren Horden
Der Moldau und er Wallachey
Der edle Sinn noch nicht geboren worden,
Der Sieghaft macht uns stolz und frei.

O lehre sie den Kampf, den du bestanden
Germanien, als in Völkerschlacht
Dem Frankenjoch sich deine Söhn' entwanden,
Zu hohem Selbstgefühl erwacht!

In Griechenland sey Griechenland erkämpfet!
Auf Hellas blauer Wogen Schooß,
Dort sey des Türken Tyranney gedämpfet,
Und Hellas seiner Fesseln los!

Herbei, herbei Europa's wackre Jugend
Vom Festen – und vom – Inselland!
Hier winket Ruhm, Unsterblichkeit und Tugend,
Und all' umschlingt ein Himmelsband.

O geb't zurück, was ihr von ihr empfangen
In Liedern der Unsterblichkeit!
Geb't That ums Lied, das schon die Väter sangen
Voll hoher Seelentrunkenheit!

Denn was ist groß, was schön, was seelenhebend,
Das ihr von Hellas nicht empfingt?
Das wonnevoll durch unsre Seelen bebend,
Nicht unser beßres Seyn durchklingt?

Ja Söhne Hellas, brecht des Lorbeers Sprossen!
Der Deutsche bringt den Eichenkranz;
Germania und Hellas! Kampfgenossen,
Umstrahlt Euch ew'gen Nachruhms Glanz!

(Dieses Gedicht entstand, nachdem die Verfasserin die Nachricht von der Vernichtung der heiligen Schaar griechischer Jünglinge bei Stinka in der Wallachen empfangen).




Zweite Trias

I.

Die Gefallnen bei Stinka und die Sieger bei Mytilene.

Zwei Chöre der Freunde Hellas.

Erster Chor.

Streuet Messenische Rosen umher und Trauerzypressen!
Pflanzet die Palme des Siegs, welche den Märtyrer lohnt!
Fließet, Thränen! herab auf die dunkle Blum' Hyacinthos!
Denn die Tapfern, ach! sanken im heiligsten Kampf!

Wehe! Die heilige Schaar! Sie ist vernichtet! »Vernichtet!«
Klagt es vom Himmel herab, schallt es zum Himmel empor;
Menschen weinen um Dich und Engel, geweihetes Opfer!
Das an der Freiheit Altar sank im Märtyrer Blut.

Zweiter Chor.

Brecht Tempeisches Lorbeerreis und Neptunische Fichten!
Flechtet des Myrthenzweigs blühende Schönheit hinein;
Heil, den Siegenden Heil! Denn Themistokles hölzerne Mauern,
Schützten vor Perserwuth einst, schützen vor Türkenwuth nun!
Tenebos Felsengestad' und die blühende Flur Mytilena's
Sahen, was Salamis einst, was einst Eleusis' gesehen:
Mehrzahl weichen dem Geist, den Barbaren flieh'n vor dem Griechen,
Und mit Tyrannenblut Hellas Woge gefärbt.

Beide Chöre

Streuet Violen umher, und die weinenden Locken der Weide!
Flechtet Kränze des Siegs, hebet den Jubelgesang!
Hellas! Du siegst ober fällst; Dein ist unsterblicher Nachruhm!
Denn in den Todeskampf gingst du, o Heldin, allein!

II.

Die Algierischen Raubschiffe auf die Griechen losgelassen.

Hunde der Hölle! So edles Wild habt ihr nie noch gejaget,
Teufel hetzen euch an! Engel weinen vor Schmerz!
Auf die Parforcejagd schaut Europa, das Christlich genannte:
Denn es zahlt ja Tribut jährlich an Afrika's Dey!
In Jerusalem wie in Byzanz werden Christen gemordet!
Heiligthümer entweiht, Bischof und Priester erhenkt;
Jungfrau'n verkaufet zur Schmach und Kinder an Bäumen erdrosselt,
Und Europa du schweigst? Rächer im Himmel auch Du?

III.

Gebet für Griechenland.

Mel. God save the King, etc.

Gott segne Griechenland,
Rett' es aus Feindes Hand,
Gott geb' ihm Heil!
Hoch über Land und Meer
Strahlte sein Glanz umher!
Gott segne Griechenland,
Gott geb' ihm Heil!

Hellas in Todesnoth,
Dich schütze, schütze Gott,
Er sey dein Hort!
Hebe den Blick empor,
Dich schützt der Engel Chor!
Hellas in Todesnoth,
Trau' auf sein Wort!

Du stehst im Kampf allein,
Niemand will mit dir seyn,
Gott ist mit Dir!
Wer auf den Herrn vertraut,
Der hat auf Fels gebaut!
Hellas, du traust auf ihn –
Gott ist mit Dir!

Breche der Knechtschaft Joch!
Hellas, so steigst du hoch
Mit Ruhm und Sieg!
Segne ihr gutes Schwerdt,
Führe sie unverzehrt,
Gott des gerechten Kriegs,
Zu Ruhm und Sieg!

Sey du ihr Wehr' und Schild',
Der sie mit Kraft erfüllt',
Du ihre Macht!
Ruht ihr Gefallenen!
Kämpfet ihr Lebenden!
Todt oder lebend seyd
All' ihr des Herrn.

Volk der Unsterblichkeit,
Du bist zum Tod bereit,
Dein ist der Sieg!
Siehst du die Palme wehn
Dort in den Himmelshöhn?
Volk der Unsterblichkeit!
Dein ist der Sieg!




Dritte Trias.

I.

Als alle Hoffnung für Griechenland verloren schien.

(Spätherbst 1821).

Es ist geschehn! der Türke wird obsiegen;
Ihm reicht man die getreue Christenhand! *
Und Glaub' und Recht und Unschuld unterliegen,
Du bist verloren, theures Griechenland!

Verloren ist, wer noch an Menschenwürde,
Und an des Bessern späte Siege glaubt:
Der unterliegt der schweren Schmerzensbürde,
Denn seiner Hoffnung Baum ist abgelaubt!

Fahr' wohl du Himmelstraum vom Auserstehen
Des hehren Volks, das aller Lehrer war;
Ruh' bis zu jenes großen Morgens Wehen
O du geweihte, heil'ge Märt'rerschaar!

Dein Blut es ist auf Felsengrund geflossen,
Hart sind der Mitzeit Herzen, felsenhart!
Doch ist es nicht umsonst, umsonst vergossen,
Denn Zukunft strahlet ob der Gegenwart.

* England verproviantirt, sendet Amunition in die türkischen Festungen. Seine Schiffe kamen den Türken im Meerbusen von Lepanto mehrmals im Hülfe, und entrissen den Griechen bedeutende Siege – der Grausamkeit, womit die Bewohner der Ionischen Inseln verhindert werden, ihren Glaubensgenossen und ihrem Volke zu Hülfe zu kommen, nicht zu gedenken.

II.

Hellas an Europa.

Winter 1821.

Dem unbekannten Gott erbaut Athen
Den einen Altar; der Barmherzigkeit
Den andern; einzig sie im Heidenthum
So großgesinnt, so mitleidsvoll und fromm!
Nun kämpft Athen, es kämpfet Hellas nun,
Um Seyn und Nichtseyn, herben Todeskampf.

Wir dienen nicht dem unbekannten Gott:
Europa dient dem Hellerkannten längst!
Dem Gott der Lieb' und der Barmherzigkeit,

Und Hellas blutet seit Jahrhunderten;
Es krümmt sich in der Fessel, windet sich
Zu Füßen des Barbaren, der das Mitleid nicht,
Nicht das Erbarmen kennt; dem Christenqual
Ein Wohlaut ist, und Christenmord ein Fest!

Nein windet sich nicht mehr! hat sich empor
Gerichtet aus dem Staube, streckt nach Euch
Die schöne Hellas ihre Arme aus,
Die Christen nach den Christen jammert laut,
Und aus den Thränenströmen quillt das Wort!

»Der Erstlingstöchter des Gekreuzigten,
»Und deiner ältern Schwestern eine fleht
»Um Hülf' und Trost, Hellas, Europa dich;
»Um Trost und Hülf' in ihrer herben Noth!
»O Jünglinge Europens, die aus meiner Brust
»Gesogen habt der heitern Weisheit Milch:
»Der Schönheit und der Kunst geweihtem Born
»Entschöpft der Schönheit und der Anmuth Trank,
»Eilt mir zu Hülfe schnell, mit Leib' und Kraft!
»Europens Greise, deren Abendroth
»Ioniens und Hellas Lieb verklärt,
»Und Socrates und Platons Ahnung sanft,
»Auf Christus Offenbarung hingeführt;

»Euch flehet Hellas, seyd den Jünglingen
»Ein treuer Leitstern, öffnet ihnen Bahn!
»Denn hier gilts mehr noch, als das Grab des Herrn,
»Gilt seines hochgelobten Leibes Glied!
»Gilt die Gemeinen, denen Paulus einst,
»Und Sanct Johannes einst das Wort gebracht:
»O lebte Paulus noch! An den Altar
»Des Allbarmherzigen berief er euch
»Und flehte: »»Christen steht den Christen bei!
»»Denn alle seyd ihr eins ja in dem Herrn,
»»Und leben wir, so leben wir in dem Herrn!
»»Und sterben wir, so sterben wir in dem Herrn!
»»Drum kämpft mit euren Brüdern in dem Herrn!««

III.

Gebet für unsere gemarterten Mitchristen auf Cypern

Winter 1822.

Die aus ihrem Marterblut
Vater zu dir kamen,
Nimm sie unter deine Huth,
Amen, Amen, Amen!

Die in ihrer Todesnoth,
Dich, o Jesus! loben,
Sey du ihre Hülfe Gott,
Stärke sie von oben!

Sey der Unterdrückten Schutz,
Sey der Waisen Vater!
Sey der Hölle Felsentrutz,
O du Weltberather!

Ach mit Schmach und Hohn bedeckt,
Sie die Welt voll Sünde,
Vor dir sind sie unbefleckt,
Jene nur sind Blinde!

In des Taumels Uebermuth,
Ist ihr Herz versteinet!
Ach!, es strömt der Unschuld Blut,
Und kein Auge weinet!

Ach in tausendfacher Pein
Sterben sie gewürget!
Laß sie gehn zum Frieden ein,
Du, der sie verbürget!

Vater schütze sie und Sohn,
Die auf Euren Namen,
Sterben unter bitterm Hohn!
Amen, Amen, Amen!




Vierte Trias.

I.

Als Persien wider die hohe Pforte sich erhob.

Prophetische Perspective im Februar 1822.

Triumph, Triumph! Die Hölle unterlieget,
Du bist gerettet, theures Griechenland!
Es hat das Kreuz des Abgrunds Macht besieget,
Und dich beschützt des Ew'gen Vaterhand!

Erhebe Christenvolk das hehre Zeichen,
Wo es zuerst die finst're Nacht durchglänzt!
Gelobtes Land der Wunder ohne Gleichen,
Von Zions Palmen nun aufs neu gekränzt! *

Die alte Babel und die Neue ringen
Im blut'gen Kampf der finstern Unterwelt:
Horcht! Reine Himmelsgeister Hymnen singen,
»Die alte Babel und die Neue fällt!«

Es steigt das Kreuz, durch Christenblut gebadet,
Und hell gewaschen schwebts von langer Schmach!
Durch dich, Europa, sich des Hohns entladet,
Dein Ruhm hellt durch Jahrtausende noch nach.

Mein Griechenland! Du Mutter jeder Schöne,
und jeder Größe schöne Mutter du!
Dein Staub' entwuchsen deine Heldensöhne,
Du sahst's, nun geh' im Oelbaumhain zur Ruh!

Schlaf' sanft! Dich weckt des heitren des heitren Frühroths Wehen
Der Freiheit, des Gesetzes Morgenroth!
Sieh' nicht die Kämpfe, die sie noch bestehen,
Nicht deiner Kinder bittre Todesnoth!

Nah' ist das Ziel Hellenen! und die Krone
Weh't schon der Kämpfer heißer Athem an!
Die Palme winkt den Märtyrern zum Lohne,
Mein Heldenvolk ist bald am Ziel der Bahn!

* Es ist wohl mehr wie prophetische Dichterblick vorauszusetzen, daß die Syrischen und Armenischen Christen aufstehen, und die lange und immer herber gequälten von Palästina, und zumal von Jerusalem sich erheben werden gegen den allgemeinen Christenfeind.

Anm. der Verfasserin.

II.

Klage am Grabe Hellas.

Schalle, schalle tiefe Todtenklage,
Weh'geläut der Menschheit töne drein!
Denn wir steh'n am offnen Sarkophage,
In die Grau'nnacht hehrer Hoffnungstage;
Schalle lauter tiefe Todtenklage,
Weh'geläut der Menschheit töne drein!

Und im offnen schwarzen Sarkophage,
Ruht die kalte Freiheitsbraut!!!
Schalle tiefe Todtenklage,
Weh'geläut erschalle laut!

Hellas ruht im Palmenkranze,
Ruht im reinen Märt'rerglanze!
Ihr Gewand ist hell gewaschen
In dem heil'gen Todesblut,
Und aus ihrer Scheiter Aschen
Athmet noch die Himmels Gluth!

Athmet noch in stillen Funken,
Was sein Machtgebot erstickt;
Wohin ewig Hoffnungstrunken
Thränensvoll die Menschheit blickt:
Tausendmal darum betrogen,
Bleibt's der Edlen Losungswort!
Selbst des Zeitstroms trübes Wogen
Trägts zum Enkelsohne fort!

Was des Menschen Busen dehnet,
Ihn entflammt zu hehrer That,
Damit war dein Kampf gekrönet,
Und du fielst durch Hochverrath!
Fielst durch Hochverrath an allen –
Dem was Menschenseelen ehrt!
Laßt die Trauerklag' erschallen,
Hellas Bahr' ist ihrer werth!

Hülle dich in Trauerschleier,
Himmelstochter Religion!
Schweb' das Kreuz in hoher Rechten
Ueber allen Abgründsnächten
Zu der ernsten Todesfeier,
Töne du den letzten Ton!

Mit dem Schwanenfittig strebe
Kühn zur Aetherhöh' empor!
Dich umstrahle, dich umschwebe
Glänzender Palmenträger Chor!
Und in mütterlich schirmenden Armen
Heb' die Verlassnen die sonder Erbarmen,
Christenbrüder dem Tode geweiht,
Strahlend empor zur Unsterblichkeit.

III.

Gott ist mit Euch.

Als die Griechen bei Chios die Türkische Flotte verbrannten.

Sommer 1822.

Mit Euch ist Gott und alle seine Schaaren,
Wer wieder Euch, zerstäubt in leere Spreu!
Die Feinde treibt des Herrn Hand zu Paaren,
Der Herr ist gut; er steht der Unschuld bei!

Mit Euch ist Gott! und Land und Merr erschallen
Von Eurer Großthat strahlenhellem Ruhm'!
Und Inseln, Fels' und Klüfte widerhallen:
»Der Herr befreit sein hehres Eigenthum!«

Mit Euch ist Gott! Vergebens sich empören,
Der Hölle List, des Christenfeindes Muth!
Ihr seyd umschirmt von hellen Engelchören,
Die Palm' entsprießt aus Eurem Heldenblut!

Bald wird es Tag, wo finstre Nacht gewaltet,
Und Leben keimen, wo der Tod gemäht:
Zu altem Glanz' wird Hellas umgestaltet,
Zu Wonn' entblühet, was in Blut gesäet!

Mit Euch ist Gott! Wer darf Euch wiederstehen?
Wer ist, dem hier das Herz im Busen schwieg?
Es hört der Ew'ge seines Volkes Flehen:
Mit Euch erfleht die Christenheit den Sieg.


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