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28. November 2009

Carmen Sylva – Hâvre.     Zur Biographie


aus: Carmen Sylva, Meerlieder, Verlag von Emil Strauß, Bonn, 1891, S.6f.


20091128_Claude Monet - The Sea at Le Havre

Claude Monet – The Sea at Le Havre


In den Sturm hinaus mit dem Segelboot,
Allein unter stürzenden Wellen,
Von weichenden Wänden graugrün bedroht,
Von keuchendem Gischte besprüht, umloht,
Mit verwegenen Schiffergesellen.


So fuhren wir Jungen hinaus in das Meer,
Und sangen, dem Urelemente
Verwandt, zu fegenden Wolken schwer
Gehoben, die Mutter lief hin und her
Am Strande, als ob sie verbrennte.


Seitdem fuhr oftmals auf Wogenschwall
Mein Schifflein, mein Leben, mein Singen,
Mir, mir der thürmenden Wasser Prall,
Mir, mir das Brausen, der Stürme Hall,
Ich will auf die Kämme mich schwingen!


Und immer noch steht die Mutter am Strand,
Will nach dem Flüchtlinge greifen,
Winkt ferner und ferner mit banger Hand,
Was kümmert der Port mich, was frag' ich nach Land?
Von Wem ich geboren, beim Schweifen!


Mir, mir der tödtliche Ocean,
Der Sturm ist mein Vater gewesen!
Ich rufe aufwühlend die Tiefen an,
Ich geh' die schwindelnde Höllenbahn
Der ewig unfaßbaren Wesen!




20091128_Carmen Sylva - Hâvre.

20091128_Carmen Sylva - Hâvre.